Hallenbau in Holzbau
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Holz ist ein gleichermaßen regionaltypischer wie auch nachhaltiger und klimafreundlicher Baustoff aus einer Region, die zu den waldreichsten Deutschlands gehört. Eine echte CO2- Senke ist der Wald aber nur dann, wenn der aus ihm gewonnene Rohstoff Holz dauerhaft oder über lange Zeiträume in seiner Ursprungsform erhalten bleibt. Dazu muss Holz stärker als Baustoff Verwendung finden. Dies gilt gleichermaßen für Wohngebäude, öffentliche Zweckbauten und den Gewerbebau. Dazu ist es notwendig, Architekten, Bauunternehmen und Bauherren mit Vorteilen und Anwendungsfällen vertraut zu machen und beispielgebende Gewerbebauten zu entwickeln und zu kommunizieren. Auch im Zuge steigender Anforderungen an die Nachhaltigkeit und die Energie-Effizienz von Gewerbegebieten spielt der Holzbau künftig eine wichtige Rolle.

Im Jahr 2018 lag die Holzbauquote laut statistischem Bundesamt bei Wohngebäuden bei 17,6 Prozent sowie 20,8 Prozent bei Nichtwohngebäuden. Dies ist zwar beachtlich, bedeutet aber auch, dass rund vier Fünftel der Neubauten aus nicht nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden. Bei der Herstellung von Stahl und Beton sind daher bereits vor Bezug CO2e-Emissionen angefallen. Im weiteren Lebenszyklus müssen diese Stahlbeton-Konstruktionen abgebaut und rezykliert werden, was einen erneuten Energie- und Ressourcenbedarf darstellt. Holzbauten hingegen haben bereits vor Schlüsselübergabe Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Im weiteren Lebenszyklus bleibt dieser Kohlenstoff im Holz gebunden und kann so einen dauerhaften Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die ältesten Holzbauten in Europa stammen aus dem 12. Jahrhundert und weisen bis heute eine ausreichende Statik auf. Darüber hinaus weist der Rohstoff Holz einzigartige Eigenschaften auf. Es ist einfach zu verarbeiten und zu rezyklieren. Darüber hinaus hat Holz einen ästhetischen und raumklimatischen Vorteil gegenüber kahlen Betonflächen, da es natürlicher und nachhaltiger wirkt.

Wenn Holz so vorteilhafte Eigenschaften besitzt und zusätzlich zum Klimaschutz beiträgt, stellt sich die Frage weshalb nicht mehr als ein Fünftel der Neubauten in Deutschland aus Holz gebaut sind? Laut einer Studie des Thünen-Instituts herrschen noch zahlreiche Unsicherheiten auf Seiten der Bauherren und öffentlichen Aufsichtsbehörden. Hierbei wurden häufig die Punkte Brandschutz, Kosten, Langlebigkeit und Verfügbarkeit des Rohstoffs Holz genannt. Vor allem der Punkt Brandschutz stellte sich bisher als Problem auf Seiten der Bauordnungen der Länder dar. Hierbei ist jedes Bundesland für seine eigene Landesbauordnung (LBO) verantwortlich und definiert Brandschutzanforderungen an die fünf existierenden Gebäudeklassen (GK). GK 1 stellt dabei kleine freistehende Gebäude bis zu einer Höhe von sieben Metern dar und GK 5 alle Gebäude über 13 Metern und einer Nutzungseinheit von über 400 Quadratmeter dar. In NRW ist es beispielswiese erst seit der LBO-Reform von 2018 erlaubt Gebäude der GK 5 in Massivholzbauweise zu bauen. Moderne Massivholzbauten stehen ihren mineralischen Entsprechungen in Sachen Brandschutz in Nichts nach und erfüllen die Feuerbeständigkeit von mindestens 90 Minuten problemlos. Außerdem sind moderne Gebäude mit Sprinkleranlagen, Brandschutzkorridoren und modernsten Brandschutzvorrichtungen ausgestattet, die das Entstehen von Bränden sofort unterbinden. Nach der LBO-Reform von 2018 konnte der Marktanteil von Holzneubauten bei Anstalts-, Büro- und Verwaltungsgebäuden von 10 Prozent im Jahre 2017 auf 35,3 Prozent im Jahre 2018 angehoben werden. Das Thünen-Institut stellte in derselben Studie auch klar, dass entsprechende Akteurs-Netzwerke rund um holzverarbeitende Industrie, Forstbetriebe und Forstämter, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Bauherren noch nicht ausreichend entwickelt sind, was dazu führt, dass Neubauentscheidungen häufig aus Unwissenheit, fehlender Erfahrung und fehlender Kontaktpersonen gegen den Rohstoff Holz getroffen werden.


Serge Esterlein
M.Sc.
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Weiterführende Links

Die aktuelle Landesbauordnung NRW finden Sie hier.

Am Bürgerdialog Bioökonomie des BMU können Sie hier partizipieren.

Die Seite des Thünen-Instituts zum Thema Bauen mit Holz finden Sie hier.

Die Seite Bauen mit Holz des NRW Landesforstamtes finden Sie hier.

Die allgemeine Seite des NRW Landesforstamtes finden Sie hier.