Verbot von Einwegplastik trifft vor allem die Gastronomie

Seit dem 3. Juli 2021 dürfen zahlreiche Einwegkunststoffprodukte nicht mehr neu in den Verkehr gebracht werden. Die Einwegkunststoffverbots-Verordnung setzt Artikel 5 der EU-Einwegkunststoff-Richtlinie eins zu eins in deutsches Recht um. Unter die Bestimmung fallen etwa Plastikbesteck, Plastik-Wattestäbchen, Strohalme oder Warmhalteschalen und Einwegbecher aus Styropor. Zu beachten ist, dass das Verbot nur dann gilt, wenn die Produkte als Einwegprodukte konzipiert sind und ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen.

Der ursprüngliche Entwurf der EU-Richtlinie sah vor, auch die Nutzung von Restbeständen der Einwegprodukte ab sofort zu verbieten, sodass diese hätten entsorgt werden müssen. Der DIHK als Dachorganisation der IHKs hat sich allerdings erfolgreich dafür eingesetzt, dass diese Restbestände weiterhin genutzt werden dürfen und nur das erstmalige Inverkehrbringen neuer Einwegprodukte durch Hersteller oder Importeure dem Verbot unterliegt.

Information und Austausch mit Gastronomie und Handel
Über die konkreten Folgen des Einwegkunststoffverbots haben sich Unternehmer im Juni in einer Online-Veranstaltung der IHK Arnsberg informiert.  Mit der Aussicht, die eigenen Restbestände an Einwegprodukten auch weiterhin nutzen zu können, konnte Umwelt-Fachanwalt Dr. Manuel Brunner, viele Gastronomen beruhigen. Auch wird der Abverkauf der Lagerbestände des Handels weiterhin möglich sein, da sich das Verbot ausdrücklich nur auf das erstmalige Inverkehrbringen bezieht. Welche nachhaltigen Produktalternativen es für die Einwegartikel bereits gibt, verrieten Ralf Eickelmann und Martin Schulte von Rüther Gastroservice in Erwitte. „Ein gewisser Preisanstieg beim Umstieg auf nachhaltigere Produkte, wie etwa Pommesschalen aus Maisstärke, ist zu Beginn leider nicht zu vermeiden“, bestätigte Martin Schulte. Da immer mehr Kunden mittlerweile jedoch Wert auf Nachhaltigkeit legten, werde erwartet, dass sich die Produktalternativen schnell etablierten und die Preise daher nach unten regulierten.
Die Diskussion half bei der Beurteilung zahlreicher Einzelfälle. Weil sich Vieles aber erst in der Praxis bewähren muss, vereinbarten die Teilnehmer eine Folgeveranstaltung im Herbst.

Diese Produkte aus Einwegplastik sind künftig nicht mehr zu beziehen:

• Wattestäbchen
• Teller
• Besteck
• Trinkhalme
• Rührstäbchen
• Luftballonstäbe
• To-Go-Lebensmittelbehälter und Getränkebecher/-behälter aus geschäumtem expandiertem Polystyrol (auch bekannt als Styropor)
• alle Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff

Ansprechpartner


Thomas Hupertz
M.Sc.
Tel: 02931 878-161
Fax: 02931 878-285
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