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Das Unwetter der vergangenen Woche mit Überschwemmungen und Hochwasser hat dramatische Folgen. Auch Unternehmen in unserem IHK-Bezirk sind von den Auswirkungen betroffen. Hier stellen wir Ihnen Informationen zur Verfügung, die wir laufend ergänzen.

Themen:

  • Soforthilfe des Landes NRW
  • Versicherungen
  • Begutachtung der Hochwasserschäden in Abstimmung mit der Versicherung (Sachverständige)
  • Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen gewährt steuerliche Entlastungen
  • Steuerliche Hilfsangebote für Hochwassergeschädigte (Katastrophenerlass)
  • Bürgschaftsbank NRW: Sofortmaßnahmen und Sonderprogramm Hochwasser/Starkrege
  • Zinsgünstige Darlehen zur Unterstützung bei Hochwasserschäden
  • Arbeitsrechtliche Informationen (u. a. Kurzarbeitergeld)
  • Mietminderungen bei Hochwasserschäden
  • Management von Hochwasser und Starkregen
  • Hochwasserprognose und -warnungen
  • SIHK-Spendenkonto zugunsten betroffener Kleinunternehmen
  • Sachspenden/Bereitstellung von Maschinen und Geräten zur Schadensbeseitigung



Soforthilfe zur Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung stellt eine "unbürokratische und schnelle" Soforthilfe für von der Unwetterkatastrophe vom 14. / 15. Juli 2021 betroffene Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Angehörige freier Berufe, Landwirte und Kommunen in Höhe von 200 Millionen Euro bereit. Das hat das Landeskabinett am Donnerstag, 22. Juli 2021, in einer Sondersitzung beschlossen.

Um auch Unternehmen, Gewerbetreibende und freiberuflich Tätigen zu helfen und die finanziellen Belastungen, die durch die entstandenen Schäden verursacht wurden, zu mildern, kann für jede betroffene Betriebsstätte eine Billigkeitsleistung in Höhe von 5.000 Euro abgerufen werden. Damit können erste Ausgaben für Räumung und Reinigung oder den provisorischen Wiederaufbau von Betriebs- und Geschäftseinrichtungen bestritten werden. Anträge können bei den betroffenen Kommunen gestellt werden.

Quelle und weitergehende Informationen: www.land.nrw/soforthilfe


Versicherungen

Die aktuellen Starkregenereignisse verursachen Schäden an Immobilien, Geschäftsräumen, Betriebseinrichtungen, Vorräten und Waren. Sind die ersten Schäden gesichtet, stellt sich schnell die Frage, was über die abgeschlossene Versicherung abgedeckt ist. Überschwemmungen zählen zu den sogenannten „Elementarschäden“. Gemeinsam mit ihrem Versicherungsunternehmen sollten betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer erörtern, inwiefern die abgeschlossenen Versicherungsverträge Bausteine zur Absicherung von Elementarschäden enthalten. Dies kann folgende Versicherungen betreffen:

  • Geschäftsgebäudeversicherung für den Betrieb bzw. die Geschäftsräume
  • Geschäftsinhaltsversicherung für Betriebseinrichtung, Waren und Vorräte
  • Betriebsunterbrechungsversicherung für den Betriebsstillstand nach dem Schadenseintritt durch defekte Maschinen, unnutzbare Räumlichkeiten etc.
  • Mietverlustversicherung für Miet- oder Pachtausfall

Weiterführende Links:

GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.: So sind Schä­den durch Natur­ge­fah­ren ver­si­chert

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: Elementarschäden versichern

Ansprechpartner: Christoph Strauch



Begutachtung der Hochwasserschäden in Abstimmung mit der Versicherung (Sachverständige)

Die Begutachtung der Hochwasserschäden sollte grundsätzlich in Abstimmung mit der jeweiligen Versicherung erfolgen. So wird u. a. sichergestellt, dass die Kosten der Begutachtung von der Versicherung getragen werden und das Gutachten von der Versicherung akzeptiert wird. Die IHK weist in diesem Zusammenhang auf die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Schäden an Gebäuden bzw. Gründungsschäden hin. Diese haben ihre besondere Sachkunde auf ihren Bestellungsgebieten nachgewiesen. Die IHK benennt gegenüber Gerichten, Unternehmen und Privatpersonen öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige.

Überregionales Sachverständigenverzeichnis

Ansprechpartner: Christoph Strauch


Regionale Sachverständige

Geruchsimmissionen

Clemens-Ströwer, Martina, Dipl.Ing.
Berwicker Str. 28, 59514 Welver
Tel 02384/1222
Fax 02384/911179
Mail info@clemens-stroewer.de
Schimmelpilze, Gerüche und andere Innenraumschadstoffe


Schäden an Holzkonstruktionen

Blecke, Johannes-Ulrich, Architekt
Wilkestr. 49a, 59581 Warstein
Tel 02902/52006
Fax 02902/52007
Mail architektblecke@t-online.de


Schäden an Gebäuden

Finger, Ralf, Dipl.Ing.(FH)
c/o IFIB (Ingenieurbüro für innovatives Bauen) GmbH
Dieplohstr. 10, 59581 Warstein
Tel 02902/9776320
Fax 02902/9776322
Mobil 0160/94687698
Mail ralf.finger@ifi-bauen.de

Hellmann, Matthias, Dipl. Ing., Architekt BDA
Petrikirchhof 10, 59494 Soest
Tel 02921/9698550
Fax 02921/9698520
Mobil 0171/8324325
Mail mail@architekt-hellmann.de

Schulte, Manfred, Dipl. Ing.
Alter Soestweg 51, 59821 Arnsberg
Tel 02931/7588
Mobil 0163/1554862
Mail schulte-arnsberg@t-online.de


Straßenbau

Kurock, Jürgen, Dipl.Ing.
Im Heidekamp 18, 59555 Lippstadt
Tel 02941/60774
Mobil 0160/96370325
Mail juergen.kurock@web.de

Schneider, Dirk Dipl.Ing.(FH)
Öchtringhauser Str. 7a, 59558 Lippstadt
Tel 02948/289045
Fax 02948/289046
Mobil 0172/9410325
Mail Ing.Buero.D.Schneider@t-online.de


Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen gewährt steuerliche Entlastungen

Als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen dieses Unwetters hat die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen den Katastrophenerlass in Kraft gesetzt.

Mit dem Erlass ermöglicht die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen betroffenen Bürgerinnen und Bürger ohne bürokratische Hürden unter erleichterten Voraussetzungen über 30 steuerliche Unterstützungsmaßnahmen.

Dazu gehören unter anderem Sonderabschreibungsmöglichkeiten für den Wiederaufbau.

Mehr Informationen: www.finanzverwaltung.nrw.de/

Ansprechpartner: André Berude


Steuerliche Hilfsangebote für Hochwassergeschädigte (Katastrophenerlass)

Als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen dieses Unwetters hat die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen den Katastrophenerlass in Kraft gesetzt. Dadurch ermöglicht die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen über 30 steuerliche Unterstützungsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

 

Stundungs- und Vollstreckungsmaßnahmen sowie Anpassung der Vorauszahlungen
Nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffene Steuerpflichtige können bis zum 31. Oktober 2021 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern des Bundes und des Landes sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer (Körperschaftsteuer) stellen. Die Stundungen sind längstens bis zum 31. Januar 2022 zu gewähren. Diese Anträge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann i. d. R. verzichtet werden.

Wird dem Finanzamt bis zum 31. Oktober 2021 aufgrund Mitteilung des Vollstreckungsschuldners bekannt, dass der Vollstreckungsschuldner nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffen ist, soll bis zum 31. Januar 2022 von Vollstreckungsmaßnahmen bei bis zum 31. Oktober 2021 fällig gewordenen Steuern abgesehen werden. In den betreffenden Fällen sind die im Zeitraum vom 14. Juli 2021 bis zum 31. Januar 2022 verwirkten Säumniszuschläge für diese Steuern zum 31. Januar 2022 zu erlassen.

 

Verlust von Buchführungsunterlagen
Sind unmittelbar durch das Schadensereignis Buchführungsunterlagen und sonstige Aufzeichnungen vernichtet worden oder verloren gegangen, so sind hieraus steuerlich keine nachteiligen Folgerungen zu ziehen. Der betroffene Steuerpflichtige sollte die Vernichtung bzw. den Verlust zeitnah dokumentieren und soweit wie möglich nachweisen oder glaubhaft machen.

 

Sonderabschreibungen beim Wiederaufbau von Betriebsgebäuden
Soweit es sich bei den Aufwendungen zum Wiederaufbau ganz oder zum Teil zerstörter Gebäude (Ersatzherstellung) nicht um Erhaltungsaufwand handelt, können auf Antrag im Wirtschaftsjahr der Fertigstellung und in den beiden folgenden Wirtschaftsjahren (Begünstigungszeitraum) von den Herstellungs- oder Wiederherstellungskosten Sonderabschreibungen bis zu insgesamt 30 Prozent vorgenommen werden (vgl. Tz. 4.1.1).

 

Sonderabschreibungen bei Ersatzbeschaffung beweglicher Anlagegüter
Bei beweglichen Anlagegütern, die als Ersatz für vernichtete oder verloren gegangene bewegliche Anlagegüter angeschafft oder hergestellt worden sind, können auf Antrag im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung und in den beiden folgenden Wirtschaftsjahren (Begünstigungszeitraum) Sonderabschreibungen bis zu insgesamt 50 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen werden (vgl. Tz. 4.1.2).

 

Bildung von Rücklagen
Für die Ersatzbeschaffung unbeweglicher und beweglicher Anlagegüter kann auf Antrag in besonders begründeten Ausnahmefällen in Wirtschaftsjahren vor dem Wirtschaftsjahr der Ersatzherstellung (Tz. 4.1.1) bzw. Ersatzbeschaffung (Tz. 4.1.2) die Bildung einer Rücklage zugelassen werden. Solche Ausnahmefälle können vorliegen bei außergewöhnlich hohen Teilherstellungskosten oder Anzahlungen oder wenn die Zulassung von Sonderabschreibungen nicht ausreicht, um die Finanzierung der Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden zu Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen sichern. Die Rücklage darf zusammen 30 Prozent (Tz. 4.1.1)  bzw. 50 Prozent (Tz. 4.1.2) der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Ersatzwirtschaftsgüter nicht übersteigen (vgl. Tz. 4.1.4).
Hinweis: Die Gewinnminderung durch Sonderabschreibungen und Bildung von Rücklagen darf insgesamt höchstens 600.000 € betragen; sie darf in keinem Jahr 200.000 € übersteigen. Höhere Sonderabschreibungen und Rücklagen können mit Zustimmung des Bundesministeriums der Finanzen im Einzelfall zugelassen werden, wenn sie bei erheblichen Schäden zur Milderung der eingetretenen Notlage erforderlich erscheinen. Werden Entschädigungen, insbesondere auf Grund einer Versicherung, gewährt und werden stille Reserven nach R 6.6 EStR übertragen, so sind die nach diesem Erlass zulässigen Sonderabschreibungen und Rücklagen für die Ersatzwirtschaftsgüter nach ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die Entschädigungen, zu bemessen. Entsprechend ist zu verfahren, wenn Zuschüsse gem. R 6.5 Abs. 2 EStR erfolgsneutral behandelt werden.

 

Wiederherstellung beschädigter Betriebsgebäude sowie beschädigter beweglicher Anlagegüter
Aufwendungen für die Wiederherstellung beschädigter Betriebsgebäude und beschädigter beweglicher Anlagegüter können ohne nähere Prüfung als Erhaltungsaufwand anerkannt werden, wenn mit der Wiederherstellung innerhalb von drei Jahren nach dem schädigenden Ereignis begonnen wurde und die bisherigen Buchwerte fortgeführt werden. Das gilt bei Gebäuden nur, wenn die Aufwendungen 70.000 € nicht übersteigen; dabei ist von den gesamten Aufwendungen auszugehen, auch wenn diese teilweise durch Entschädigung gedeckt sind. Höhere Aufwendungen können bei Gebäuden nach Prüfung des Einzelfalls ebenso als Erhaltungsaufwendungen anerkannt werden. Der Abzug als Erhaltungsaufwand kommt nur insoweit in Betracht, als die Aufwendungen des Steuerpflichtigen die Entschädigungen übersteigen und der Steuerpflichtige wegen des Schadens keine Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Absetzungen vornimmt.

 

Beseitigung von Hochwasserschäden am Grund und Boden
Die Aufwendungen zur Beseitigung der Hochwasserschäden am Grund und Boden können sofort als Betriebsausgaben abgezogen werden. Das Gleiche gilt für Aufwendungen zur Wiederherstellung von Hofbefestigungen und Wirtschaftswegen, wenn der bisherige Buchwert beibehalten wird.

 

Unterstützung an Arbeitnehmer
Beihilfen und Unterstützungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer können nach R 3.11 LStR steuerfrei sein. R 3.11 Abs. 2 LStR ist auf Unterstützungen, die von dem Hochwasser betroffene Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber erhalten, mit folgender Maßgabe anzuwenden: - die in R 3.11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 bis 3 LStR genannten Voraussetzungen brauchen nicht vorzuliegen, - die Unterstützungen sind bis zu einem Betrag von 600 € je Kalenderjahr steuerfrei. Der 600 € übersteigende Betrag gehört nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn unter Berücksichtigung der Einkommens- und Familienverhältnisse des Arbeitnehmers ein besonderer Notfall vorliegt. Im Allgemeinen kann bei vom Hochwasser betroffenen Arbeitnehmern von einem besonderen Notfall ausgegangen werden. Auf Unterstützungen, die in Form von sonst steuerpflichtigen Zinsvorteilen oder in Form von Zinszuschüssen gewährt werden, ist die vorstehende Regelung ebenfalls anzuwenden. Zinszuschüsse und Zinsvorteile bei Darlehen, die zur Beseitigung von Hochwasserschäden aufgenommen worden sind, sind deshalb ebenfalls nach R 3.11 Abs. 2 LStR steuerfrei, und zwar während der gesamten Laufzeit des Darlehens. Voraussetzung hierfür ist, dass das Darlehen die Schadenshöhe nicht übersteigt. Bei längerfristigen Darlehen sind Zinszuschüsse und Zinsvorteile insgesamt nur bis zu einem Betrag in Höhe des Schadens steuerfrei. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 LStDV); dabei ist auch zu dokumentieren, dass der die Leistung empfangende Arbeitnehmer durch das Hochwasser zu Schaden gekommen ist.

 

Arbeitslohnspende
Verzichten Arbeitnehmer auf die Auszahlung von Teilen des Arbeitslohns oder auf Teile eines angesammelten Wertguthabens a) zugunsten einer Beihilfe des Arbeitgebers an vom Hochwasser betroffene Arbeitnehmer des Unternehmens oder b) zugunsten einer Zahlung des Arbeitgebers auf ein Spendenkonto einer spendenempfangsberechtigten Einrichtung i. S. d. § 10b Abs. 1 Satz 2 EStG, bleiben diese Lohnteile bei der Feststellung des steuerpflichtigen Arbeitslohns außer Ansatz, wenn der Arbeitgeber die Verwendungsauflage erfüllt und dies dokumentiert. Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist im Lohnkonto aufzuzeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 LStDV). Auf die Aufzeichnung kann verzichtet werden, wenn stattdessen der Arbeitnehmer seinen Verzicht schriftlich erteilt hat und diese Erklärung zum Lohnkonto genommen worden ist. Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist nicht in der Lohnsteuerbescheinigung (§ 41b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 EStG) anzugeben. Die steuerfrei belassenen Lohnteile dürfen im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung nicht als Spende berücksichtigt werden.

 

Grundsteuer
Die Voraussetzungen für einen Erlass der Grundsteuer wegen wesentlicher Ertragsminderung sind in § 33 GrStG geregelt. Entsprechende Erlassanträge sind innerhalb der Antragsfrist des § 34 Abs. 2 GrStG an die jeweilige Gemeinde (Abschnitt 2 GrStR) zu richten.

Hinweis: Grundsteuererlass von 25 oder 50 Prozent möglich: Die noch vor Erlass des Grundsteuer-Reformgesetzes gültige Fassung des GrStG gilt bis einschließlich 2024. Sind die Mieterträge um mehr als 50 Prozent hinter dem normalen Rohertrag einer Immobilie zurückgeblieben, werden 25 Prozent der Grundsteuer erlassen. Wenn eine Immobilie überhaupt keinen Ertrag abgeworfen hat, beträgt der Erlass 50 Prozent. Der Grundsteuererlass setzt unverschuldeten Mietausfall voraus. Ein Erlass von Grundsteuer ist immer dann möglich, wenn die Mietausfälle in Leerstand, allgemeinem Mietpreisverfall oder struktureller Nichtvermietbarkeit begründet sind. Auch außergewöhnliche Ereignisse berechtigen zu einem Grundsteuererlass. Dies können etwa Wohnungsbrände oder wie aktuell relevant Wasserschäden sein. Voraussetzung für einen teilweisen Erlass der Grundsteuer ist, dass der Vermieter die Mietausfälle nicht selbst verschuldet hat. Derzeit unklar ist, ob für Vermieter, die ihren Mietern die Miete stunden oder erlassen, einen Grundsteuererlass beantragen können, weil Vermieter den Mietausfall in diesem Fall selbst zu verantworten hätten. Hingegen kann es sinnvoll sein, dass Vermieter, einen Erlass-Antrag zwecks Wahrung der Frist auch stellen, wenn nach Hochwasser-bedingten Mietrückständen noch unklar sei, ob es zu einer Nachzahlung kommt. Der Erlass wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist bis zu dem auf den Erlasszeitraum folgenden 31. März zu stellen.

 

Gewerbesteuer
Stundungs- und Erlassanträge sind an die jeweilige Gemeinde (R 1.6 Abs. 1 GewStR) zu richten.

Bürgschaftsbank NRW: Sofortmaßnahmen und Sonderprogramm

Die Bürgschaftsbank NRW unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in NRW, die durch Hochwasser/Starkregen Schäden erlitten haben, deren Behebung nicht aus eigener Kraft bewältigt werden kann. Dazu steht sowohl ein unbürokratischer Antrag auf Tilgungsaussetzungen für bereits verbürgte Finanzierungen sowie ein Sonderprogramm zur Verfügung. Aussetzungen und das Programm können ab sofort, zunächst befristet bis zum 31.12.2021, beantragt werden.

Wer wird gefördert? Alle kleinen und mittleren Unternehmen sowie Angehörige der Freien Berufe, die durch Hochwasser/Starkregen Schäden erlitten haben.

Wie wird gefördert? Bis zu 80%ige Ausfallbürgschaft, max. 2,5 Mio. Euro, gegenüber Kreditinstituten für Kredite (je Unternehmen) von bis zu 5 Mio. Euro (bei einer 50%igen Ausfallbürgschaft).

Welche Kreditmittel werden verbürgt? Hausbankmittel oder Förderkredite der NRW.BANK und/oder der KfW zur:

  • Überbrückung und Beseitigung der durch die Naturereignisse entstandenen Schäden und Liquiditätsengpässe,
  • Investitionen zum Wiederaufbau der Unternehmen

Unterstützungen sind nicht möglich, sofern das antragstellende Unternehmen bereits vor den Ereignissen ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ war.

Sonderentgelte der Bürgschaftsbank NRW: Die Bürgschaftsbank NRW verzichtet vollständig auf ihr Bearbeitungsentgelt und reduziert die Provision über die gesamte Laufzeit des Kredites auf 0,50 % p.a . für eine 50%ige Bürgschaft bis max. 1,20 % p.a. für eine bis zu 80%ige Bürgschaft. (berechnet auf das jeweils verbürgte Kreditvolumen)


Alles weitere unter: www.bb-nrw.de/hochwasser



Zinsgünstige Darlehen zur Unterstützung bei Hochwasserschäden

Das Wettertief „Bernd“ hat in Nordrhein-Westfalen schwere Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden und in Unternehmen verursacht. Damit Betroffene die Schäden schnell beseitigt können, reduziert die NRW.BANK daher ab sofort die Zinssätze in den Programmen NRW.BANK.Universalkredit und NRW.BANK.Gebäudesanierung.

So soll einem möglichst großen Kreis an Betroffenen günstige Finanzierungsmittel schnell zur Verfügung stehen. Die Anträge sind über die Hausbank zu stellen.

Mehr Informationen: NRW.Bank

Ansprechpartner: André Berude



Arbeitsrechtliche Informationen (u. a. Kurzarbeitergeld)

Wegerisiko – Verspätungen von Arbeitnehmern

Kann ein Arbeitnehmer bei Hochwasserereignissen nicht oder nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen, fällt dies grundsätzlich in seine Risikosphäre, denn das Risiko, den Arbeitsplatz (pünktlich) zu erreichen, das sogenannte Wegerisiko, trägt der Arbeitnehmer. Dies hat zur Folge, dass die Fehlzeiten des Arbeitnehmers möglichst durch das Zurückgreifen auf etwaige Überstunden oder Urlaubstage auszugleichen sind. Sofern dies nicht möglich ist, hat der Arbeitnehmer entsprechend der Fehlzeiten keinen Anspruch auf das Arbeitsentgelt. 

Betriebsrisiko – Lohnzahlung trotz Betriebsunterbrechungen

Auch wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter aufgrund von Hochwasserschäden nicht mehr beschäftigen können, sind sie grundsätzlich weiterhin zur Zahlung des vereinbarten Lohns verpflichtet, da die Unternehmen das sogenannte Betriebsrisiko tragen. Die Unternehmen haben jedoch grundsätzlich einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Anspruch auf Kurzarbeitergeld in Folge von Hochwasserschäden

Können Unternehmen aufgrund von Hochwasserschäden oder etwaigen Folgeschäden ihren Betrieb nicht fortsetzen, liegt grundsätzlich ein Arbeitsausfall in Folge eines unabwendbaren Ereignisses vor, sodass die Unternehmen einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Hierzu müssen die Unternehmen den Arbeitsausfall der zuständigen Agentur für Arbeit u.a. anzeigen.

Informationen der Agentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld

Ansprechpartner: Christoph Strauch



Mietminderungen bei Hochwasserschäden

Sofern angemietete Räumlichkeiten von Unternehmen durch das Hochwasser beschädigt oder zerstört wurden, können sie gegenüber ihren Vermietern die Miete mindern. Voraussetzung hierfür ist, dass die Räumlichkeiten für den bestimmungsgemäßen Gebrauch nicht mehr oder nur noch eingeschränkt tauglich sind. Dies gilt auch dann, wenn der Vermieter keinen Einfluss auf den Schaden hatte.


Management von Hochwasser und Starkregen

Broschüre IHK NRW: Management von Hochwasser und Starkregen (Die Broschüre liefert in übersichtlicher Form die Kernpunkte eines betrieblichen Hochwassermanagements)


Hochwasserprognose und -Warnungen

Besteht für mein Betriebsgelände eine Gefahr oder ein Risiko?

Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten NRW

Welche Prognose und Warndienste kann ich nutzen?

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Warn-App NINA

Deutscher Wetterdienst: Wetterprognosen und Warnhinweise per Webseiten

 

SIHK-Spendenkonto zugunsten betroffener Kleinunternehmen

Im Märkischen Südwestfalen haben die Unwetter der letzten Woche in zahlreichen Unternehmen Schäden in Millionenhöhe verursacht. SIHK-Präsident Ralf Stoffels bittet um Spenden für besonders betroffene Kleinunternehmen in der Region. Die SIHK zu Hagen hat dafür extra ein Spendenkonto eingerichtet.

Sachspenden/Bereitstellung von Maschinen und Geräten zur Schadensbeseitigung

Unternehmen, die betroffenen Betriebenen Sachspenden in Form von Geräten (z. B. Ausleihe von Bautrockner) zur Verfügung stellen möchten, können sich zur Koordination an Thomas Frye wenden (frye@arnsberg.ihk.de, 02931 878-159).


DZI Spenden-Info „Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands“

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat eine Liste mit Namen, Adressen und Kontonummern von Organisationen zusammengestellt, die zu Spenden zugunsten der Betroffenen aufrufen.

Schreiben des IHK-NRW-Präsidenten an die Landesregierung

Sehr geehrter Ministerpräsident Laschet,
sehr geehrter Minister Pinkwart,

als IHK-Organisation bieten wir unsere Unterstützung bei der Koordinierung von Hochwasserhilfen für Gewerbetreibende, Unternehmen, Selbstständige und Handwerksbetriebe mit sofortiger Wirkung an.
Alle IHK's in den betroffenen Gebieten haben Internet-Seiten geschaltet und MitarbeiterInnen abgestellt, die Hilfegesuche, aber auch Hilfsangeboteannehmen, registieren und weitervermitteln.
Es gibt auch Unterstützungsangebote der Wirtschaft über die IHK's aus nicht betroffenen Gebieten wie z.B. aus dem Osten Deutschlands, die sich gerne an die Hilfen 2002 erinnern.

Morgen Dienstag 20.07. um 16:15 Uhr laden wir zur Video-Konferenz koordiniert vom DIHK mit IHK NRW und den IHK's in den betroffenen Gebieten, um Hilfen zu koordinieren, aber auch um das Abreißen von Lieferketten zu vermeiden.

Auch bei der Verteilung und Koordinierung von Bundes- und Landeshilfen bieten wir als IHK Organisation, die nah an der Wirtschaft ist, unsere Unterstützung der Landesregierung an.

Mit freundlichen Grüßen
aus Hagen
Ralf Stoffels
Präsident IHK NRW / Präsident Südwestfälische IHK
Vize-Präsident DIHK

IHK-Hotline

02931 878-555

Service-Zeiten:
Mo-Do: 9 bis 16 Uhr
Fr: 9 bis 15:30 Uhr

Ansprechpartner


Michael Beringhoff
Dipl.-Ing.
Tel: 02931 878-148
Fax: 02931 878-285
E-Mail
Kontaktdaten herunterladen

André Berude
Dipl.-Betriebswirt
Tel: 02931 878-142
Fax: 02931 878-100
E-Mail
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Thomas Hupertz
M.Sc.
Tel: 02931 878-161
Fax: 02931 878-285
E-Mail
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Christoph Strauch
Ass. jur.
Tel: 02931 878-144
Fax: 02931 878-8144
E-Mail
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Straßensperrungen

Die Karte www.verkehr.nrw.de informiert über gesperrte Straßen und Baustellen.

Hochwasserschutz:  Vorgaben für Unternehmen in Überschwemmungsgebieten

Hochwasserereignisse verursachen regelmäßig große Schäden und gefährden oder zerstören betriebliche Existenzen. Nicht nur an großen Flüssen besteht ein Risiko von Hochwasserereignissen betroffen zu werden. Auch kleinere Flüsse und Bäche können lokal zu großen Schäden führen.

Unternehmen, die in solchen Gebieten liegen, stehen vor großen Herausforderungen, denn für den eigenen Hochwasserschutz ist jedes Unternehmen selbst verantwortlich. weiter...

Der Hochwasserpass

Der Hochwasserpass dient der Risiko-Vorsorge. Mit Hilfe des Hochwasserpasses können Privatpersonen und Gewerbetreibende die Gefahr „Wasser“ erkennen, beurteilen und bewältigen. Ziel ist es, Schäden und Schadensfolgen aus Hochwasser und Starkregenereignissen zu verringern oder zu vermeiden. weiter...

Wiederherstellung zerstörter Infrastruktur

Für die Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur ist es wichtig die Schadensausmaße abschätzen zu können. Bitte senden Sie uns gerne Informationen über:

  1. Betroffene Unternehmen (Ort, Branche)
  2. Welche Teile der Infrastruktur ist betroffen? (Energie, Telekomunikation, Wasser, Bahn…...)
  3. Geschätzte Dauer bis zur Wiederherstellung
  4. Auswirkungen auf Lieferketten