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Moderation: Serge Esterlein, IHK Arnsberg

Begrüßung:

Thomas Frye, IHK Arnsberg ´

Netzwerke als Instrument für Energie und Klimaschutz, Vortrag und Diskussion
Dipl.-Ing. Sandra Töller, EnergieAgentur.NRW, Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe, Landesnetzwerk

Ressourceneffizienz mit ecodesign, Vortrag und Diskussion
Dipl.-Ing. Lisa Venhues, Effizienzagentur NRW

EMAS, EU-Ökoaudit – Angebote der IHK Organisation, Vortrag und Diskussion
Katja Willeke, Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz, DIHK Berlin

Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001, Vortrag und Diskussion

Matias Busse, ADUG- Arbeits-, Daten-, Umwelt-, Gesundheitsschutz GmbH

Zusammenfassung:

Mit nachhaltigem Management zum nachhaltigen Unternehmen

Wie Energiemanagement, Ressourceneffizienz und Klimaschutz mit System geht, das haben gleich mehrere Expert/innen im 3. Teil der IHK-Workshopreihe zum Klimaschutz eindrucksvoll vermittelt. Dabei wurde deutlich: Systeme sind ein wichtiges Instrument, um Energieeinspar- und Effizienzziele zu definieren und umzusetzen.

In einer so genannten „High Level Structure“ (HLS), der Grundstruktur für die Einführung von Managementsystemnormen, werden solche Managementsysteme eingeführt. Diese HLS ist allen Managementsystemen gemein, ob für die Systemwelt zum Thema Umwelt (ISO 14001, EMAS), Qualität (ISO 9001) oder Energie (ISO 50001). Die einzelnen Normen dieser unterschiedlichen Systemwelten innerhalb dieser HLS-Struktur unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihres Themenschwerpunktes. In der Konsequenz bedeutet dies also, dass ein Unternehmen beispielsweise mit einer ISO 9001-Zertifizierung mit einem geringeren Aufwand für die Einführung einer weiteren Systemwelt zu rechnen hat. Etwa 20 bis 30 Prozent der Arbeit, so schätzt Energieberater Matias Busse von der ADUG GmbH, werden bei der Kombination von verschiedenen Managementsystemen für eine jeweils neue Systemwelt eingespart. Allen Systemwelten ist gemein, dass sie im Rahmen der HSL-Struktur nach dem Plan-Do-Check-Act-Verfahren (PDCA) umgesetzt werden. Nach eingehender Planung (Plan) erfolgt die Umsetzung (Do) der geplanten Maßnahme zur Erfüllung der entsprechenden Systemnorm. Dort bleibt die HLS-Struktur aber nicht stehen, da sie auch die Bewertung (Check) der umgesetzten Maßnahme miteinschließt. Stellt das betroffene Unternehmen bei der Bewertung fest, dass eine Maßnahme nicht den gewünschten Effekt bei der Energieeinsparung oder Ressourceneffizienz hatte, folgt die Phase der Verbesserungen (Act). So soll sichergestellt werden, dass Maßnahmen ihren nachhaltigen Erfolg entfalten können und nicht bereits nach dem ersten Misserfolg auf das Abstellgleis gestellt werden. Darüber hinaus sorgt ein solches Managementsystem dafür, dass der Fokus zur Umsetzung von Maßnahmen auf wesentliche Aspekte des Unternehmens gelegt wird. Dies stellt sicher, dass Maßnahmen ihre Effektivität vollends ausschöpfen können.

Um die Erfahrungen bei der Umsetzung solcher Managementsysteme zu teilen und sowohl Zeit als auch Geld zu sparen, stehen Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke im Fokus der EnergieAgentur NRW. In der Zeit von 2014 bis 2020 hat das Bundeswirtschaftsministerium mit der Initiative Energieeffizienznetzwerke 500 solcher Netzwerke organisiert und etwa 5 Millionen Tonnen CO2e-Emissionen eingespart. In der gleichen Zeit ist der CO2e-Fußabdruck Deutschlands um 163 Millionen Tonnen von 902 auf 739 Millionen Tonnen gesunken. Damit entspricht der Erfolg dieser Initiative etwa 3 % der reduzierten CO2e-Gesamtemissionen der Bundesrepublik. Dies kann sich durchaus sehen lassen sagt Diplomingenieurin Sandra Töller von der EnergieAgentur NRW.

Die Reduktion von Ressourceneinsatz ist ein wesentlicher Aspekt bei der Umsetzung von nachhaltigen Managementsystemen. Das Design von Produkten spielt da noch eine gesonderte Rolle. Wenn man Produkte gleich so konzipieren würde, dass sie gar nicht in der Müllverbrennungsanlage landen müssten, sondern anderweitig im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden könnten, so müsste man bei den nachhaltigen Managementsystemen im Rahmen des Produktionsprozesses gar nicht mehr so viel Zeit investieren. Effizienzberaterin Lisa Venhues von der Effizienzagentur NRW beschäftigt sich täglich mit solchen Fällen und berät Unternehmen wie sie bereits beim Design ihres Produktes auf kritische Faktoren wie wiederverwendbare Materialien und austauschbare Einzelteile achten können. Die Stichworte dort lauten Reparieren, Wiederverkaufen, Aufarbeiten, Wiederaufbereiten und Recyceln. Die derzeitige Förderhöhe für solche Beratungen beträgt bis zu 70 Prozent im Rahmen des Sonderprogramms Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) des Umweltministeriums des Landes NRW. Förderfähig sind dabei Beratungen, die das Ziel der Einsparung von Ressourcen und Energien sowie die Reduzierung von Emissionen verfolgen. So können bis zu 100.000 Euro gefördert werden.

Das Angebot der IHKs in Sachen Energie- und Klimaschutz-Management-Systeme kann sich durchaus sehen lassen. Der DIHK e.V. hat ein für Mitgliedsunternehmen kostenloses Klimaschutz-Coaching entworfen, das Unternehmen zur Einführung von EMAS und weiteren Managementsystemen beraten soll. Katja Willeke von der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz, welche durch den DIHK und die Handwerkskammern geführt wird, appelliert ausdrücklich an alle interessierten Unternehmen sich bei ihrer IHK über Beratungsangebote zu informieren. Angefangen beim Klimaschutzcoaching bis hin zu dem Projekt „Energie-Scouts“, bei dem die Auszubildenden der Mitgliedsunternehmen angelernt werden durch das eigene Unternehmen zu gehen und Energieeinsparpotenziale aufzudecken. Die IHK Arnsberg bietet in diesem Jahr übrigens ein solches Projekt an und animiert die Betriebe sich zeitnah bei Interesse zu melden.

21. April 2021


Thomas Frye

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Serge Esterlein
M.Sc.
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Michael Beringhoff
Dipl.-Ing.
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Sandra Goncalves

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Franziska Fretter

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Weiterführende Links

Den Kontakt von Lisa Venhues bei der Effizienzagentur NRW finden Sie hier.

Den Kontakt zu Sandra Töller von der EnergieAgentur NRW finden Sie hier.

Den Kontakt zu Katja Willeke von vom DIHK finden Sie hier.

Den Kontakt zu Matias Bussevon der ADUG GmbH finden Sie hier.