Die IHKs in NRW laden vom 8. bis 15. Februar 2022 ein zum digitalen Veranstaltungsformat:  „IHK-Woche des Tourismus NRW 2022“. 
 
An vier Tagen und vier Standorten werden mit Expertinnen und Experten, Touristikerinnen und Touristikern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern diese vier Zukunftsthemen diskutiert: Digitalisierung, Fachkräfte, Geschäftstourismus sowie Regionale Produkte und Nachhaltigkeit. 


Den Auftakt haben am 8. Februar die IHKs in Arnsberg, Hagen und Siegen gemacht: Unter dem Motto „Wie kommt der Teller auf den Tisch?“ haben die IHKs Lösungsansätze für die Personalnot im Gastgewerbe aufgezeigt.  „Sicherlich war die Personalnot auch schon vor Corona vorhanden. Aber die Pandemie tut ihr Übriges: Viele Betriebe beklagen, dass ihnen Mitarbeiter während der Shutdowns in andere Branchen abgeworben werden und nicht zurückkehren“, beschreibt Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW und von der SIHK zu Hagen, die angespannte Lage. „Es soll aber heute nicht um das Klagen gehen, sondern wir möchten uns gemeinsam nach Lösungen umschauen.“

Eine davon liegt in der Möglichkeit, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Dazu referierten Alexandra Köbler und Katharina Urbanczyk vom Institut der deutschen Wirtschaft e.V.: „Die Auslandsrekrutierung ist eine zukunftsorientierte Option – auch in der Tourismusbranche. Hier führt langfristig kein Weg an internationalen Fachkräften vorbei“, sind sich die Referentinnen sicher. In ihrem Vortrag zeigten sie anschaulich auf, welche Optionen und Anlaufstellen es gibt, wie man als Arbeitgeber vorgehen kann und welche aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen zum Tragen kommen.

Ansätze aus der „Champions League“ in Bezug auf das Arbeitgeberimage sichtbar zu machen und insbesondere den inhabergeführten Familienbetrieben Impulse zu geben, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, war Ziel des Vortrags von Christian Dübner. Der Tourismusreferent bei der IHK Koblenz transportiert solche Impulse beispielsweise durch die IHK-Projekte „working family“ und HOGANEXT: „Viele Gastronomen und Hoteliers haben bereits vor vielen Jahren neue und kreative Ansätze der Mitarbeiterakquise implementiert, von denen sie heute profitieren. Im heutigen Bewerbermarkt können diese Betriebe mit zeitgemäßen Arbeitszeitmodellen, modernen Lodges als Personalwohnungen, außergewöhnlichen Benefits oder drei Bio-Mahlzeiten am Tag – auch an freien Tagen – punkten.“

„Die oftmals enge, persönliche Bindung in vielen Betrieben in Südwestfalen erweist sich in der Krise als besonderer Vorzug, um Mitarbeiter zu halten“, so Lars Martin, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Westfalen. „Betriebe, die ihren Mitarbeitern die angemessene Wertschätzung gegenüber gebracht haben, hatten in der Pandemie bessere Karten.“

Stephan Britten, Tourismusreferent der IHK Arnsberg, ergänzt, dass der Personalmangel in der Branche natürlich auch für die berufliche Ausbildung junger Menschen gilt: „Insbesondere das Gastgewerbe hat aktuell die größten Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen. Es lohnt sich daher für Hoteliers und Gastronomen, attraktive Arbeitgeber zu sein und in ihre Arbeitgebermarke zu investieren.“

Unternehmen aus dem Gastgewerbe müssen aber auch Ideen für neue Konzepte entwickeln, um mit insgesamt weniger Personal auszukommen. Wie dies gelingen kann und technische „Helfer“ den Arbeitsalltag erleichtern können, beschrieb der Geschäftsführer der Humanizing Technologies GmbH in eindrucksvoller Weise: „Serviceroboter schließen eine zunehmende Personallücke und erheitern den Betriebsablauf“, so Tim Schuster.

Für Ralf Stoffels ist klar, dass die Branche insbesondere während der Pandemie viel geopfert hat und Unterstützung wichtig ist: „Diese muss darin bestehen, sich von den starken Einschränkungen wie der 2-G-Plus-Regelung zu verabschieden. Da absehbar hinter der Omikronwand spätestens im März auch wieder die Sonne scheinen wird, brauchen wir nun Regelungen, die den Unternehmen einen Weg aus den Restriktionen aufzeigen. Die Überbrückungshilfen müssen auch in Hinblick auf den Neustart nach der Pandemie fortgeführt werden.“

Mit der gemeinsamen Veranstaltung der drei südwestfälischen IHKs ist die „IHK-Woche des Tourismus NRW“ gestartet, eine digitale Roadshow, die an vier Tagen und vier Standorten zu den unterschiedlichen Zukunftsfragen im Tourismus durch das Land tourt. Der nächste Termin am 10. Februar widmet sich den regionalen Produkten als Erfolgsfaktor für nachhaltigen Tourismus im Rheinland.


 
Weitere Termine:

10.02.2022, 14:30-16:00 Uhr: "Tourismus im Rheinland: Regionale Produkte als Erfolgsfaktor", IHK zu Köln (IHKs im Rheinland)

14.02.2022, 15:00-17:00 Uhr: "Digitalisierung in der Tourismuswirtschaft – Chancen und Herausforderungen" (IHKs in Ostwestfalen)

15.02.2022, 11:00-13:00 Uhr: "Business as usual? Die Geschäftsreise der Zukunft", Digital (IHKs Ruhrgebiet und Münsterland)

Informationen und Anmeldung: IHK NRW

Video auf YouTube

Hier geht es zur Internetseite der SIHK zu Hagen, über die das Video zur Veranstaltung auf YouTube zu erreichen ist.