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Setzen auf die Ausbildung: APS-Chef Bastian Becker (re.) zusammen mit Azubi Niels Stoltenhoff (Mitte) und Mike Puppe; APS-Ausbildungsleiter. Foto: Wrona/IHK


„Es macht Spaß zu sehen, wie sich junge Menschen weiterentwickeln“

Die Ausbildung junger Menschen zu Fachkräften lohnt sich, ist Bastian Becker überzeugt: „In dieser Zeit erlernen Azubis nicht nur einen Beruf, sondern entwickeln auch bestens Verständnis für das Unternehmen und die Produkte“, betont der geschäftsführende Gesellschafter der Assheuer + Pott GmbH und Co. KG in Sundern – kurz: APS. Dort plant man, das eigene Ausbildungsangebot im kommenden Jahr weiter auszubauen.

Mit 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt das Inhaber-geführte Unternehmen sowohl am Standort in Sundern als auch mit Partnern in Europa und Asien Produkte wie Servierplatten und -tabletts, Buffet- und Barartikel für Gastronomie, Restaurants und Hotels weltweit her, insgesamt rund 3500 Artikel. „Mit dem Vertrieb unserer Produkte in fast 100 Ländern sind wir sehr Export-stark, aufgrund unserer Zielgruppe sind wir aber auch deutlich von der Corona-Pandemie getroffen worden“, berichtet APS-Chef Bastian Becker. Statt eines moderaten Wachstums musste man in den Corona-Jahren Umsatzeinbrüche hinnehmen. Für den Unternehmer ist das allerdings kein Grund gewesen, das Ausbildungsengagement zurückzufahren. Im Gegenteil. „Wir haben die schwierige Corona-Zeit genutzt, einen Online-Shop aufgebaut und bilden dafür seit 2021 einen Kaufmann im E-Commerce aus.“

Niels Stoltenhoff heißt der angehende E-Commerce-Experte. Schon während der Schulzeit hatte der Arnsberger Abiturient in einem anderen Unternehmen gejobbt und das Online-Geschäft kennengelernt. „Und dabei habe ich festgestellt, dass mich das total interessiert“, sagt der 19-Jährige. Er habe geschaut, ob es Studiengänge in diesem Bereich gibt. „Aber ich habe nichts gefunden, das für mich in Frage kam.“ Stattdessen entdeckte er den Ausbildungsberuf Kaufmann im E-Commerce und erfuhr eher zufällig von den IHK-Azubi-Findern. „Ich habe Kontakt aufgenommen, eine Bewerbung eingereicht und das Team nannte mir gleich mehrere freie Ausbildungsplätze. Ich kann jedem nur empfehlen, sich einfach mal bei den Azubi-Findern zu melden.“ Unter anderem wurde Niels Stoltenhoff von APS zum Vorstellunggespräch eingeladen – und als E-Commerce-Azubi eingestellt.

„Wir nutzen seit einigen Jahren den Service der Azubi-Finder als zusätzlichen Weg, um passende Kandidaten für unsere freien Stellen zu finden“, sagt Produkt- und Marketingmanager sowie Ausbildungsleiter Mike Puppe. „Wir sind immer sehr zufrieden mit der Vorauswahl gewesen, die uns von dem Team weitergeleitet worden ist.“ Für das Unternehmen sei es durch die Corona-Krise zunehmend schwieriger geworden, potenzielle Auszubildende zu erreichen. Es fehlen Messen, persönliche Kontakte, Praktika. „Vor einigen Jahren noch haben wir eine freie Ausbildungsstelle ausgeschrieben und quasi von alleine weit über 100 Bewerbungen erhalten. Heute kommt davon vielleicht noch ein Drittel bei uns an“, berichtet Mike Puppe. Man sei deshalb auch inzwischen verstärkt in den sozialen Medien aktiv, um die Attraktivität des Unternehmens herauszustellen und Jugendliche zu erreichen.

„Was das Erreichen neuer Auszubildender und auch neuer Fachkräfte betrifft, haben wir zudem sehr gute Erfahrungen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Multiplikatoren gemacht. Ein Auszubildender, der im August  bei uns beginnen wird, ist zum Beispiel über Niels Stoltenhoff auf uns aufmerksam geworden“, berichtet Bastian Becker. Damit so etwas gelingt, müsse ein Unternehmen aber auch in die eigene Attraktivität investieren. „Wir bieten unseren Auszubildenden nicht nur besondere Leistungen wie ein eigenes Notebook, das Nutzen einer E-Learning-Plattform oder spezielle Azubi-Trainings außerhalb des Unternehmens. Wir wertschätzen unsere Nachwuchs-Fachkräfte als Teil unseres Teams und ermöglichen ihnen, eigene Projekte umzusetzen – und wir bieten ihnen Perspektiven an. Da wir für den eigenen Bedarf ausbilden, sind wir daran interessiert, dass die jungen Menschen bei uns bleiben. Deshalb unterstützen wir sie bei dem Wunsch nach einem berufsbegleitenden Studium oder einer beruflichen Weiterbildung“, betont Bastian Becker.

„Wir achten bereits in Vorstellungsgesprächen darauf, dass die Bewerber nicht nur motiviert und an unseren Produkten interessiert, sondern auch in unserer  Region verwurzelt sind und wir sie nicht mit dem Ende der Ausbildung verlieren“, ergänzt Mike Puppe.

Niels Stoltenhoff kann sich ein anschließendes Studium durchaus vorstellen, sagt aber: „Jetzt möchte ich erst einmal meine Ausbildung abschließen und auf jeden Fall hierbleiben.“ Die Ausbildung als E-Commerce-Kaufmann hat sich für ihn als Volltreffer erwiesen und er darf bereits eigenständig Produkte im Online-Shop und auf Online-Marktplätzen anlegen. „Das macht richtig Spaß und wenn ich Fragen habe, ist hier immer jemand für mich da“, sagt der 19-Jährige.

„Für uns sind Auszubildende wie Niels Stoltenhoff sehr wertvoll“, betont Mike Puppe. „Wir forcieren im Unternehmen die Digitalisierung und die jungen Menschen, die Digital Natives, können uns helfen, online auch jüngere Kunden zu erreichen.“

Mit den guten Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten eigener Ausbildung plant APS für das kommende Jahr, neben E-Commerce-Kaufleuten (m/w/d) und Industriekaufleuten (m/w/d) dann auch im Logistik-Bereich Fachkräfte für Lagerlogistik (m/w/d) auszubilden.

„Mit der Ausbildung eigener Nachwuchskräfte fahren wir in Zeiten des Fachkräftemangels sehr gut“, sagt Bastian Becker. „Und es macht Spaß zu sehen, wie sich junge Menschen in ihrer Ausbildung weiterentwickeln.“