Ausschuss International tagte bei burgbad

China und die angespannte globale Wirtschaftslage standen im Vordergrund der zweiten Sitzung des Ausschusses International. Das Gremium war zu Gast bei der burgbad GmbH in Bad Fredeburg. Das 1946 gegründete Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich individuelle Badmöbel-Lösungen hochwertiger Segmente und beschäftigt fast 700 Mitarbeitende an mehreren Standorten. Zur Sortimentspolitik des Hidden Champion gehören auch Badmöbel, Spiegel- und Spiegelschränke sowie Waschtische aus Mineralguss, Keramik, Glas und HPL.

Isabell Wiedenroth, Gründerin von SinoGermanTrade.com, einer Plattform für deutsch- und chinesischsprachige Unternehmerinnen und Unternehmer, referierte über die Chancen und Herausforderungen deutsch-chinesischer Zusammenarbeit im Zuge der Grünen Transformation im digitalen Zeitalter. China sei Deutschlands wichtigster Handelspartner, außerdem bewältige China die Digitale Transformation durch schnelles Wachstum. Dazu verglich Wiedenroth die Suchmaschinen von Europa, China und der USA. Es ergaben sich, genau wie im Einzel- und im Großhandel diverse Unterschiede. Als mögliche Gründe nannte Isabell Wiedenroth das Wirtschaftswachstum, sowie Mobiles E-Commerce und das Umfeld für die Gründung von Start-ups. Deutschland besitzt hingegen mit über 1300 die meisten Hidden Champions. Außerdem sei Deutschland führend im Bereich der Umwelttechnologie.

IHK-Geschäftsbereichsleiter Stefan Severin stellt dem Gremium die Ergebnisse einer Konjunkturumfrage zu Exporterwartungen und Konjunkturrisiken in den Unternehmen vor. 232 Unternehmen aller Branchen hatten sich beteiligt. 91 Prozent gaben, von den Engpässen betroffen zu sein, 96 Prozent gaben sogar an, von den Preisanstiegen betroffen zu sein. Schon vor dem Krieg gaben bereits 92 Prozent an, dass die hohen Strom- und Energiepreise in Deutschland ein bedrohlicher Wettbewerbsnachteil sind. Um dem entgegenzuwirken gaben 74 Prozent der Befragten an, dass man Steuern und Abgaben auf den Strompreis reduzieren solle, um die Energieversorgung bezahlbar und umweltverträglicher zu gestalten. In den kommenden Wochen und Monaten erwarten die Unternehmen steigende Energiekosten (95 %), steigende Preise und Inflation (86 %) und steigende Rohstoffkosten (74 %), dennoch befürworten 81 Prozent der Befragten die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland. Beim anschließenden Austausch erhielten die Mitglieder noch die Möglichkeit, sich zur aktuellen Lage ihres Unternehmens zu äußern. Im Vordergrund standen vor allem die starken Probleme mit Russland, als auch die massiven Probleme durch die Coronapandemie.

Dennis Pimenta, Mitarbeiter des Fachbereichs International der IHK Arnsberg, informierte zum Schluss über aktuelle Zollthemen. Die EU-Sanktionen gegen Russland treffen verschiedene Bereiche wie das Verbot für sämtliche Dual-Use Güter und Technologien, Allgemeine Elektronik, Sensoren und Laser, Luftfahrt, Raumfahrt und Antrieb, sowie personenbezogene Sanktionen und Ausschluss russischer Banken aus dem Swift-Zahlungssystem. Als kleine Hilfe stellte Pimenta ein Prüfschema für Güterlieferungen nach Russland vor. Zudem berichtete er über die Entwicklungen bei Ursprungszeugnissen und Bescheinigungen. Bei der IHK Arnsberg gehen mittlerweile mehr Dokumente elektronisch als per Post ein. Das eingeführte Online-Verfahren spare Aufwand und Kosten.