Optimismus hält an

 

Wirtschaftslage unverändert gut, Erwartungen leicht verbessert, so das
Ergebnis der Konjunkturumfrage „Frühsommer 2013“. Zwar bleibt der
Klimaindikator mit 112 Punkten weit unter dem Rekordwert von vor zwei
Jahren (137), legte aber – durchaus überraschend – gegenüber Jahresbeginn zu. Dabei sind es vor allem die Erwartungen, die gestiegen sind, und das in fast allen Branchen. Die Ausnahme stellt der Einzelhandel.

Besonders erfreulich ist die Situation in der Industrie. 38 Prozent der
Unternehmen dort bewerten ihre Lage mit „gut“, bei nur neun Prozent
„schlecht“-Urteilen. Damit liegen die aktuellen Einschätzungen noch um
ein Deut über den bereits erfreulichen Bewertungen zu Jahresbeginn (37 % „gut“, 14 % „schlecht“). Und mit Blick auf die kommenden 12 Monate sind die Industriebetriebe so optimistisch wie sonst kein anderer Wirtschaftszweig. 14 Prozent beträgt hier der Saldo aus
positiv- zu negativ-Einschätzungen. Dabei wird vor allem dem Export eine starke Rolle für die kommende Entwicklung zugeschrieben.


Das gute Bild, welches die Vertreter des verarbeitenden Gewerbes derzeit zeichnen wird allerdings durch die amtliche Statistik ein wenig getrübt. So meldet das statistische Landesamt IT.NRW für das erste Quartal 2013 ein Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,1 Prozent beim Umsatz. Dabei präsentieren sich die beiden Landkreise sehr unterschiedlich: Während die Unternehmen im Kreis Soest noch ein fast zweiprozentiges Plus erwirtschafteten, liegen ihre Kollegen im Hochsauerlandkreis um fast sieben Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Geprägt wurde das Ergebnis vor allem durch einen äußerst schwachen Monat März (Umsatzminus von 8,5%).

Insgesamt darf für die heimische Wirtschaft weiter mit Zuwächsen gerechnet werden. Von den guten Aussichten bleibt die Investitionsneigung in weiten Teilen noch unberührt. In einigen Wirtschaftsbereichen, besonders bei unternehmensnahen Dienstleistern, werden die Investitionen sogar deutlich heruntergefahren.


Die Industrie hat in den letzten drei Jahren wichtige Impulse für die
Gesamtwirtschaft gesetzt. Sie ist in ihren Erwartungen gefestigter als andere Branchen und zeigt dies auch in expansiven Investitionsplanungen. Ein Drittel der Unternehmen im verarbeitenden
Gewerbe wird stärker als zuletzt investieren, etwa ein Fünftel plant hingegen ein kleineres Volumen. Erfreulich fällt das Ergebnis in puncto
Beschäftigung aus. Per saldo (+ 9 %) wird sich der Beschäftigungsstand
erhöhen. Auch hieran trägt vor allem die Industrie bei. 21 Prozent planen Aufstockungen, 15 Prozent der Betriebe werden Personal abbauen. Gefragt nach den größten Konjunkturrisiken geben die meisten nach wie vor die Energie- und Rohstoffpreise an. Wieder stärker im Fokus ist die Inlandsnachfrage gefolgt von der Wirtschaftspolitik und den Arbeitskosten.

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Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
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