Konjunktur und Statistik

Wirtschaft mit Schwung ins neue Jahr

Für 2013 darf mit einem weiteren – wenn auch kleinen – wirtschaftlichen Wachstum gerechnet werden. Seit vergangenem Herbst legte der IHK-Klimaindikator um 11 auf jetzt 113 Punkte zu. Eine branchenübergreifend positive Bewertung der Lage sowie gewachsener Optimismus beim Blick auf die nächsten zwölf Monate stehen Pate für ein letztlich erfreuliches Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn.

 

Die Unternehmen am Hellweg und im Sauerland gehen mit gestiegener Zuversicht in das Wirtschaftsjahr 2013. Das Konjunkturklima hat sich nach einem Tief im letzten Herbst spürbar verbessert“, so Präsident Ralf Kersting bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse Ende Januar. Jedes dritte Unternehmen gibt seiner Wirtschaftslage ein „gut“. Die größte Zufriedenheit ist in der Bauwirtschaft anzutreffen. Lediglich zwei Prozent der Befragten melden dort schlechte Geschäfte. Gut- und Schlecht-Urteile saldiert zeigen auch für den Großhandel  (+ 29,3 %) sowie die Industrie (+ 23,9 %) bemerkenswert positive Lageurteile. Für die Industrie meldet auch die amtliche Statistik am aktuellen Rand (November 2012) wieder leicht anziehende Umsätze. Insgesamt dürfte das Jahr 2012 mit einer kleinen Erlössteigerung von 1,3 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe auf knapp 14 Mrd. Euro  - einem weiteren Allzeithoch - abgeschlossen worden sein.

 

Die Erwartungen der Unternehmen in den einzelnen Wirtschaftszweigen weichen stark voneinander ab, insgesamt gehen 20 Prozent von besseren und 18 Prozent von schlechteren Geschäfte im angelaufenen Jahr aus.
Während Industrie sowie Groß- und Einzelhandel einen per Saldo positiven Ausblick geben, rechnen Transportgewerbe, andere unternehmensorientierte Dienstleister und Bauwirtschaft mit einer Verschlechterung ihrer Lage. Auch innerhalb der Wirtschaftszweige zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede. Generell gilt, dass verbrauchernahe Unternehmen etwa im Handel oder in den Ge- und Verbrauchsindustrien zuversichtlicher für 2013 sind als verbraucherferne wie zum Beispiel die Hersteller von Grundstoffen und Produktions- oder Investitionsgütern.

 

Trotz Euro-Krise: Auf den Export ist Verlass

Der Export nimmt in der heimischen Industrie einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Im Kreis Soest beträgt der Anteil der Auslandsumsätze an den Gesamterlösen bereits 40 Prozent, im Sauerland immerhin 35 Prozent.
Nach der IHK-Umfrage erwarten 30 Prozent der heimischen Industrieunternehmen, ihren Absatz im Ausland 2013 noch weiter steigern zu können und 18 Prozent rechnen mit schlechteren Auslandsgeschäften. Damit bleibt der Export ein Schlüsselfaktor für die Konjunktur. Und die Aussichten auf den internationalen Märkten sind gut, denn angetrieben durch die Schwellenländer, insbesondere die BRICK-Staaten, aber auch durch die USA, wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr kräftig wachsen.

Vorerst Zurückhaltung bei Investitions- und Beschäftigungsplanungen

Nachhaltig gute Geschäftsentwicklungen könnten im Laufe des Jahres auch Investitionen und Beschäftigung beleben. Noch verhalten sich die Unternehmen jedoch vorsichtig. Der Investitions- und Beschäftigungsboom der vergangenen beiden Jahre läuft gerade aus und für die erwarteten Aufträge sieht man sich mit den vorhandenen Kapazitäten gut gerüstet.
Ein Drittel der Unternehmen wird zunächst seine  Investitionsanstrengungen zurückfahren, bei 23 Prozent, die erhöhen werden. Das gilt allerdings nicht für die Handelssparten, hier werden schon jetzt die Investitionsanstrengungen per Saldo verstärkt. Ähnlich sieht es bei den Beschäftigungsplanungen aus. Das Gros der Unternehmen sieht derzeit keine Veranlassung zur Veränderung des Personalstands. Da 13 Prozent Personalaufbau, aber 20 Prozent Personalabbau im laufenden Jahr planen, ist derzeit mit Stagnation oder einem geringfügigen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung zu rechnen.
Besonders gilt dies für die Industrie. Nach dem Einstellungsboom der beiden vergangenen Jahre kündigen nun 29 Prozent der Betriebe an, ihren Personalstand zu verringern, lediglich 12 Prozent stellt ein. Zu einem Plus an Beschäftigung wird es in der Bauwirtschaft und im Einzelhandel kommen.

Energie- und Rohstoffpreise Konjunkturrisiko Nummer eins

Für die Unternehmen gibt es ein dominierendes Konjunkturrisiko: 82 Prozent sorgen sich über steigende Energiepreise. Mit einigem Abstand rangieren Absatzsorgen auf Platz 2 (53 %), gefolgt von „Arbeitskosten“ (44 %), „Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“ (51 %), und „Fachkräftemangel“ (32 Prozent). Damit wurde Letzteres innerhalb von nur neun Monaten von Rang 2 auf Rang 5 unter den Konjunkturrisiken durchgereicht. Die Wechselkursentwicklung und Finanzierungsprobleme spielen nur eine kleine Rolle.

Ansprechpartner


Dr. Ralf A. Hueß
Dipl.-Volkswirt
Tel:02931 878-154
Fax:02931 878-173
E-Mail

Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
Tel:02931 878-138
Fax:02931 878-173
E-Mail

Downloads und Links

  • Präsentation zur Umfrage
     
  • Ergebnisse:
        Hellweg- Sauerland
        Hochsauerlandkreis
        Kreis Soest
     
  • Pressemitteilung
  •