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Hochwasserschutz – Strenge Vorgaben für Unternehmen in Überschwemmungsgebieten

Hochwasserereignisse verursachen regelmäßig große Schäden und gefährden oder zerstören betriebliche Existenzen. Nicht nur an großen Flüssen besteht ein Risiko von Hochwasserereignissen betroffen zu werden. Auch kleinere Flüsse und Bäche können lokal zu großen Schäden führen.

Unternehmen, die in solchen Gebieten liegen, stehen vor großen Herausforderungen, denn für den eigenen Hochwasserschutz ist jedes Unternehmen selbst verantwortlich. Besondere Regelungen gelten dabei für Betriebe, die in Überschwemmungsgebieten liegen. Ob und in welchem Maße eine Betroffenheit vorliegt, ist in sogenannten Hochwasserkarten dargestellt. Diese wurden im Rahmen des Hochwasserrisikomanagements der EU erstellt.

Die Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-Richtlinie) der EU ist das zentrale Instrument zum Hochwasserschutz und dient dazu festzustellen, welche Gebiete potenziell von Hochwasserereignissen gefährdet sind und welche Maßnahmen ergriffen werden können. Das Wasserhaushaltsgesetzt sieht die Umsetzung dieses Regelwerks in drei Schritten vor. Bis Dezember 2010 waren die Gebiete mit erhöhtem Hochwasserrisiko zu ermitteln, bis Dezember 2013 waren Hochwasserkarten zu erstellen, die darstellen, welche Bereiche bei Hochwasser niedriger (HQ extrem), mittlerer (HQ 100) und hoher Wahrscheinlichkeit (HQ 10) überflutet werden. Im Dezember 2015 müssen die Risikomanagementpläne mit Maßnahmen zur Minimierung von Umfang und Auswirkungen zukünftiger Hochwasserereignisse vorliegen.

Überschwemmungsgebiete

Zusätzlich zu den Vorgaben der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie der EU werden in Nordrhein-Westfalen seit vielen Jahren die durch Hochwasser gefährdeten Flächen rechnerisch ermittelt und durch ordnungsbehördliche Verordnung als sogenannte Überschwemmungsgebiete festgesetzt bzw. vorläufig gesichert (§ 76 WHG). Berechnungsgrundlage ist dabei ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist.

In Überschwemmungsgebieten gelten strenge Restriktionen wie etwa die Verbote, Gebäude zu errichten oder zu erweitern, Gegenstände abzulagern, die den Wasserabfluss behindern oder weggespült werden könnten, oder das Grundstück zu erhöhen oder zu vertiefen. Gehen Betriebe mit wassergefährdenden Stoffen um oder unterliegen sie der Störfallverordnung, kommen weitere Auflagen hinzu.

Die HQ-100-Flächen sind unter www.flussgebiete.nrw.de zu finden unter der Rubrik „HWRM-RL – Hochwasser gemeinsam meistern“, Unterpunkt „Hochwasserrisikokarten / Hochwassergefahrenkarten“. Hier rechts auf das entsprechende Teileinzugsgebiet klicken, die passende Detailkarte auswählen und schließlich HQ 100 anklicken, wobei es egal ist, ob die Risiko- oder die Gefahrenkarte ausgewählt wird.

Der staatliche Hochwasserschutz kann das Risiko nicht im vollen Umfang für jeden einzelnen vermindern. Deshalb ist es wichtig, eine individuelle Vorsorge im Betrieb vorzunehmen, um auf mögliche Hochwasserereignisse vorbereitet zu sein um große Schäden zu vermeiden.

Die wichtigsten Punkte sind dabei:

Prüfung rechtlicher und faktischer Betroffenheiten: Liegen Sie in einem ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet und wie wirkt sich das rechtlich konkret aus? Welche Grundstücksbereiche könnten wie stark und mit welcher Strömung überflutet werden? Sind Sie von der AwSV oder der Störfallverordnung betroffen, und was bedeutet das exakt?

Erwägung baulich-technische Maßnahmen: Wie können Sie sich vor eindringendem Oberflächenwasser, Grundwasser und Kanalwasser schützen? Was macht bei Ihnen Sinn? Spundwände, Sandsäcke oder andere portable Systeme, Abdichtungen der Gebäudewannen, Rückstauklappen oder Absperrventile oder anderes? Was sollte bei Neubauten beachtet werden?

Durchführung organisatorischer Maßnahmen: Wie erfahre ich von einem drohenden Hochwasser? Wer hat im Notfall was zu tun? Haben Sie einen Notfallplan, und welche Elemente sollte dieser enthalten? Kennen Sie sich aus, wenn es um Fördermöglichkeiten und Versicherungen geht?

Die Broschüre „Hochwasserschutz im Betrieb: Risiken erkennen – Richtig handeln“ gibt Ihnen weitere Informationen zu diesem Thema.

Bezugsmöglichkeiten unter: http://www.dihk-verlag.de/hochwasserschutz_im_betrieb.html

 

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