Das Podium diskutiert: (von links:) Ingo Beyer, Dr. Dirk Spenner, Moderator Marc Schulte, Dr. Christopher Grünewald, Ivo Grünhagen und Dr. Hubertus Bardt. Foto: SIHK

Kammern legen Energiestudie für Südwestfalen vor

„Es besteht dringender politischer Handlungsbedarf“, betonte Harald Rutenbeck, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, bei der Vorstellung der Studie „Energiewende im Strommarkt – Folgen für die Industrie in Südwestfalen“, die die drei südwestfälischen Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen beim „Institut der deutschen Wirtschaft Köln GmbH“ (IW Consult) in Auftrag gegeben hatten.

Südwestfalen ist als führender Industriestandort in Nordrhein-Westfalen davon besonders betroffen, weil der Industrieanteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei 40 Prozent (Bund: 22 Prozent, NRW: 21 Prozent) liegt.

Die Studie zeigt, dass die hohe Stromabhängigkeit Südwestfalen besonders verwundbar für die Entwicklungen in der Energiepolitik macht. Im Rahmen der Unternehmensbefragung hat sich gezeigt, dass die Industrieunternehmen auf stark steigende Energiepreise mit einer Verringerung der Investitionen am Standort reagieren. Wenn aber die Wertschöpfungsketten reißen besteht die Gefahr einer schleichenden Aushöhlung des Industriestandortes Südwestfalen.

„Weiter steigende Strompreise führen zu einem Rückgang von Absatz, Gewinn und Beschäftigung in der Industrie und verstärken die Tendenz zu Betriebsverlagerungen“, warnt SIHK-Präsident Harald Rutenbeck. Das hat die Unternehmensbefragung sehr deutlich gemacht. Weil die Industrie eng mit anderen Wirtschaftsbereichen verflochten ist, wirken sich Umsatzrückgänge in der Industrie auch auf die Gesamtwirtschaft aus.

Neben der Preiskomponente ist die Versorgungsqualität von entscheidender Bedeutung für die Industrie in Südwestfalen. Moderne Produktionsanlagen sind zunehmend mit komplexer und empfindlicher Steuerungselektronik ausgestattet, die eine hohe Konstanz der Strombezugsparameter erfordert. Da aber gleichzeitig die Energieerzeugung aus volatilen Energiequellen wie Wind und Sonne deutlich zunimmt, besteht die Gefahr darin, dass es verstärkt zu Spannungs- und Frequenzschwankungen oder kurzfristigen Stromausfällen im Sekundenbereich kommt, wodurch dann die sensiblen Anlagensteuerungen zum Erliegen kommen.

 

 

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