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Speichern gezielt dort angeregt werden, wo sie netzdienlich wirken und zur Entlastung der Stromnetze beitragen. Die zugrunde liegende Idee ist, dass neue Anlagen perspektivisch nur noch an Standorten entstehen, an denen sie einen systemischen Mehrwert bieten. Mittel- und langfristig könnten so auch Kosten für den Netzausbau reduziert werden. Für Unternehmen ergeben sich daraus sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Einerseits können insbesondere größere Stromverbraucher durch ein aktives Lastmanagement von niedrigeren Netzentgelten profitieren. Doch insbesondere im produzierenden Gewerbe stellt sich die grundlegende Frage, inwieweit eine Flexibilisierung tatsächlich umsetzbar ist, da viele Prozesse kontinuierlich und nur eingeschränkt oder
wirtschaft 05+06/2026
nicht steuerbar sind. Bei sinkenden Redispatch- und Netzausbaukosten besteht für Unternehmen jedoch das allgemeine Potenzial zur Senkung der Stromkosten. Dynamische Netzentgelte bedeuten für Unternehmen andererseits auch eine verringerte Planungssicherheit, da die Kalkulation von Energiekosten kurz- und mittelfristig erschwert wird. Hinzu kommt, dass die notwendige technische Infrastruktur bislang nur unzureichend verbreitet ist. Die Anwendung dynamischer Netzentgelte setzt intelligente Messsysteme voraus, die eine zeitgenaue Erfassung variabler Preise ermöglichen. Anfang 2026 verfügten jedoch lediglich rund 3,6 Prozent der Verbraucher über ein entsprechendes Smart Meter. Ohne einen beschleunigten Rollout bleibt die praktische Umsetzung daher vorerst begrenzt.
Regulatorisch befindet sich das Thema noch in der Entwicklung. Derzeit laufen erste Pilotprojekte in unterschiedlichen Branchen. Fest steht: Der Erfolg dieses Instruments hängt maßgeblich von seiner Ausgestaltung ab. Dynamische Netzentgelte können nur dann ihre Lenkungswirkung entfalten und zu einem tragfähigen Bestandteil eines modernen, flexiblen Energiesystems werden, wenn diese verständlich, planbar und wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden.
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