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Regionale Wertschöpfung und Beschäftigungseffekte

Foto: Robert Kneschke - stock.Adobe.com

alltägliche digitale Dienste benötigen leistungsfähige Serverstrukturen. Hyperscale-Rechenzentren – also besonders große, hochskalierte Anlagen – sind darauf ausgelegt, diese Nachfrage effizient zu bedienen. Deutschland verfügt über etablierte Rechenzentrumscluster, insbesondere im Raum Frankfurt, Berlin und München. Dort profitieren Betreiber von Nähe zu großen Internetknoten und bestehenden Netzwerken. Eine Studie über standort- und regionalökonomische Wirkungszusammenhänge von IW Consult und Detecon Consulting (2025) zeigt am Beispiel der Region Frankfurt Rhein-Main, dass Regionen mit leistungsfähigen Rechenzentren profitieren und eine Attraktivität für wissensintensive Branchen, technologieorientierte Unternehmen und datengetriebene Geschäftsmodelle entsteht.

wirtschaft 05+06/2026

Zugleich entscheidet sich an der regionalen Einbettung, ob und in welchem Umfang wirtschaftliche Effekte tatsächlich vor Ort ankommen. Die IW-Studie macht deutlich: Rechenzentren sind keine klassischen „Jobmotoren“. Der direkte Beschäftigungseffekt im laufenden Betrieb ist begrenzt. Der direkte Personalbedarf liegt typischerweise im niedrigen zweistelligen Bereich. Hinzu kommen externe Dienstleistungen wie Wartung, Sicherheit oder technische Services. Die größte regionale Wertschöpfung entsteht erfahrungsgemäß in der Bauphase. Bei Investitionen dieser Größenordnung profitieren Bauunternehmen, Zulieferer, Logistik, Gastronomie und Beherbergung. Auch regionale Firmen können – je nach Vergabestruktur – Aufträge erhalten. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen: Der Bau großer Rechenzentren erfolgt häufig durch international spezialisierte Generalunternehmen. Ein Teil der Wertschöpfung verbleibt daher nicht zwingend in der Region. Auswirkungen auf Flächenmarkt und Energieinfrastruktur Hyperscale-Rechenzentren mit einer Gesamtrechenleistung von 200 Megawatt sind großindustrielle Anlagen. Sie benötigen besonders viel Fläche und Energie. Ein zentraler wirtschaftlicher Aspekt ist die Flächennutzung. Je nach Bauweise, Sicherheitsanforderungen, Abstandsflächen, Umspannwerken, Kühlanlagen und Reserveflächen beansprucht ein Hyperscale-Rechenzentrum dieser Größenordnung in der Regel zwischen 10 und 20 Hektar Fläche – in Einzelfällen auch mehr. Das entspricht etwa 14 bis 28 Fußballfeldern. Für viele Kommunen in Südwestfalen

ist dies eine erhebliche Größenordnung, da zusammenhängende, sofort verfügbare Gewerbe- und Industrieflächen dieser Dimension nur begrenzt vorhanden sind. Hinzu kommt, dass diese Flächen langfristig gebunden werden und aufgrund technischer Anforderungen kaum für eine gemischte gewerbliche Nutzung geeignet sind. Rechenzentrumsbetreiber verfügen häufig über erhebliche Kapitalressourcen und können deutlich höhere Grundstückspreise zahlen als regionale Unternehmen. Dadurch entsteht ein Flächenwettbewerb, insbesondere in gut angebundenen Gewerbe- und Industriegebieten mit leistungsfähiger Netzinfrastruktur. Rechenzentren benötigen zudem große, dauerhaft verfügbare Stromkapazitäten – häufig im dreistelligen Megawattbereich. Diese Kapazitäten werden langfristig gesichert. Dabei ist zu berücksichtigen: Der Stromverbrauch entsteht nicht durch das Gebäude selbst, sondern durch die digitalen Dienste, die Unternehmen und Privatpersonen nutzen. Rechenzentren bündeln diesen Bedarf an einem Ort. Dennoch stellt sich die Frage, wie sich eine solche Großabnahme in regionale Energie- und Netzentwicklungsstrategien einfügt – insbesondere mit Blick auf Versorgungssicherheit, Netzausbau und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Aus Sicht der IHK Arnsberg ist die geplante Errichtung des Hyperscale-Rechenzentrums in Lippetal eine bedeutende Investition in den Wirtschaftsstandort. Zugleich ist klar: Entscheidend wird sein, dass die regionale Wirtschaft und die Menschen vor Ort nachhaltig von diesem Zukunftsprojekt profitieren. Die IHK setzt sich daher dafür ein, dass Wertschöpfung, Kooperationen und neue Perspektiven tatsächlich in die Region hineinwirken. Ziel ist es, langfristige Impulse für Innovation, Wachstum und Beschäftigung zu 29


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