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INHALT:

häufig am Limit. Typisch ist eine Standortgemeinschaft mit rund 80 Mitgliedern, die im Schnitt seit etwa 30 Jahren besteht. Doch nur etwa 15 Prozent der Beteiligten bringen sich aktiv ein. In rund jeder dritten Gemeinschaft wird die Arbeit nahezu ausschließlich von wenigen Engagierten – meist aus dem Vorstand – getragen. Diese Überlastung ist eines der größten Risiken für die Zukunftsfähigkeit der Organisationen. Zentrale Herausforderungen: Engagement, Strukturwandel, Ressourcen Die Studie identifiziert ein Bündel an Herausforderungen, die sich häufig gegenseitig verstärken: 1. Passivität und Überlastung Mehr als jede zweite Standortgemeinschaft beklagt eine geringe Mitmachbereitschaft. Ehrenamtliche stoßen an zeitliche und persönliche Grenzen, während neue Aktive nur schwer zu gewinnen sind. 2. Überalterung und fehlende Nachfolge Rund jede dritte Gemeinschaft sieht sich mit einer deutlichen Überalterung konfrontiert. Vorstandsnachfolgen gelingen häufig nicht, was die Handlungsfähigkeit zusätzlich einschränkt. 3. Strukturwandel in Handel und Wirtschaft Der Rückgang klassischer Einzelhandelsbetriebe, verändertes Konsumverhalten und zunehmende Leerstände schwächen vielerorts die wirtschaftliche Basis der Innenstädte – und damit auch die Motivation der Akteure. 4. Finanzielle Engpässe Das durchschnittliche Jahresbudget liegt bei etwa 27.000 Euro. Sinkende Mitgliederzahlen und angespannte kommunale Haushalte gefährden diese Grundlage zunehmend. 5. Fehlende Fokussierung Viele Standortgemeinschaften über-

wirtschaft 03+04/2026

nehmen ein sehr breites Aufgabenportfolio – von Events über Kommunikation bis hin zu Lobbyarbeit. Ohne klare Prioritäten drohen Überforderung und ein unklarer Nutzen für die Mitglieder. Was erfolgreiche Standortgemeinschaften auszeichnet Neben der Problemanalyse liefert der Kompass auch zahlreiche Good-Practice-Beispiele und leitet daraus wesentliche Erfolgsfaktoren ab:  Klare Schwerpunkte statt „Bauchladen“ Erfolgreiche Gemeinschaften konzentrieren sich auf wenige, für ihre Mitglieder relevante Themen – etwa Netzwerkarbeit, Fachkräftesicherung oder professionelle Öffentlichkeitsarbeit.  Messbarer Nutzen für Mitglieder Dort, wo konkrete Mehrwerte sichtbar sind – z. B. durch Gutscheinsysteme, gemeinsame Marketingplattformen oder gezielte Netzwerkformate – steigt die Bereitschaft zum Engagement deutlich.  Moderne Beteiligungsformate Flexible, projektbezogene Mitmachmöglichkeiten sprechen auch jüngere Generationen an. Digitale Kommunikation und schlanke Entscheidungsstrukturen sind dabei entscheidend.  Professionalisierung Immer häufiger setzen Standortgemeinschaften auf hauptamtliche Koordination – finanziert durch Mitgliedsbeiträge, kommunale Zuschüsse oder Mischmodelle. Das entlastet Ehrenamtliche und erhöht die Schlagkraft.  Starke Partnerschaften Ein vertrauensvolles Miteinander mit Verwaltung, Politik, Wirtschaftsförderung und IHK erweist sich als zentraler Erfolgsfaktor. Wo Rollen klar definiert sind, entstehen echte Gestaltungsspielräume. Die Studie zeigt deutlich: IHKs werden von Standortgemeinschaften als wichtige Partner wahrgenommen

– insbesondere als Netzwerker, Impulsgeber und Moderatoren. Austauschformate, Erfahrungskreise und praxisnahe Unterstützung helfen, voneinander zu lernen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Dass sich neun Standortgemeinschaften aus dem Hochsauerlandkreis und dem Kreis Soest an der bundesweiten Erhebung beteiligt haben, unterstreicht das hohe Engagement in der Region. Die Ergebnisse bieten zugleich eine wertvolle Grundlage, um regionale Angebote gezielt weiterzuentwickeln und Standortgemeinschaften zukunftsfest aufzustellen. Dabei steht die IHK Arnsberg vor Ort mit ihrer Expertise an der Seite der Standortgemeinschaften, sei es in Projekten wie „Vitale Innenstädte“, Austauschformaten für Zentrenmanagerinnen und Zentrenmanager oder Workshops und Webinaren zur Stärkung der Innenstadtakteure, zum Beispiel mit der aktuellen Webinarreihe „KI Canapés“ (www.ihk-arnsberg. de/termine). Standortgemeinschaften bleiben ein unverzichtbarer Baustein für lebendige Innenstädte und wettbewerbsfähige Wirtschaftsstandorte. Doch ihre Zukunft ist kein Selbstläufer. Engagement, klare Strategien, Professionalisierung und starke Partnerschaften entscheiden darüber, ob sie ihre Rolle auch künftig erfüllen können. Der „Kompass Deutschland“ liefert dafür belastbare Orientierungswerte – und zahlreiche Mut machende Beispiele aus der Praxis.

Stephan Britten 02931 878-271 britten@arnsberg.ihk.de w  ww.ihk-arnsberg.de/standortgemeinschaften

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