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schätzung bleiben die Belastungen hoch. Energie- und Rohstoffpreise werden wieder häufiger als Risiko genannt. Mit der anziehenden Geschäftstätigkeit gewinnt auch der Fachkräftemangel an Bedeutung (+12 Punkte zum Herbst), während Arbeitskosten nach wie vor ein zentrales Problem darstellen. Ralf Schwertheim, Schwertheim Touristik GmbH aus Lippetal, verweist zudem auf strukturelle Veränderungen: „Im Reiseverkehr fehlen uns Gruppen – Frauengemeinschaften, Chöre lösen sich auf, Vereine finden keine Nachfolger. Dadurch werden weniger Ausflüge gemacht.“ Gleichzeitig werde insgesamt weniger konsumiert und damit auch weniger gereist. Auch im Nahverkehr nehmen laut Schwertheim die Herausforderungen zu: „Viele Kommunen wollen wieder selbst den Verkehr übernehmen, gleichzeitig wurde zuletzt viel auf E-Fahrzeuge gesetzt. Die Busse kosten fast das Doppelte und die Infrastruktur kann
sich eigentlich kein Privater leisten.“ Die Elektrifizierung bei Nutzfahrzeugen sehe er allgemein kritisch: „Im Pkw-Bereich kann das noch funktionieren, aber bei Bussen und Lkw sehe ich das sehr problematisch.“ Hinzu kommt die fehlende Ladeinfrastruktur: „Die Raststätten stehen nachts voll – wie das alles geladen werden soll, ist nicht geklärt.“ Konjunkturprognose bleibt fragil Die Konjunkturergebnisse zeigen: Eine Trendwende ist nicht zu sehen. Zwar gibt es in einigen Branchen positive Signale, doch für einen echten Aufschwung fehlt es an echter Zuversicht und Dynamik bei Investitionen und Beschäftigung. Hohe Kosten, strukturelle Herausforderungen und eine verhaltene Nachfrage begrenzen derzeit den Handlungsspielraum vieler Betriebe. von Franziska Petri
Die größten Konjunkturrisiken in den Wirtschaftszweigen
(Nennungen in %; Mehrfachnennung möglich)
wirtschaft 03+04/2026
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