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titel I konjunktur
In den Klimaindikatoren fließen die jeweiligen Lage- und Erwartungseinschätzungen ein.
Im
Wesent-
lichen sind
nur Ersatz-
investitionen vorgesehen. Matthias Ferber
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ren sich nach außen stabiler als andere Wirtschaftsbereiche. Trotz einer leichten Verschlechterung gegenüber dem Herbst bleibt die Einschätzung mit +22 Punkten deutlich positiv. Gleichauf mit dem Verkehrsgewerbe melden die Dienstleister die beste aktuelle Lage. Die Erwartungen hingegen bleiben deutlich unter dem Lageniveau: Der Saldo liegt bei -7 Punkten; eine leichte Verbesserung gegenüber dem Herbst. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Investitions- und Beschäftigungsabsichten: Diese haben sich ebenfalls gegenüber dem Herbst leicht aufgehellt, sind aber verhalten. Insbesondere in den Investitionsmotiven sieht ITUnternehmer Matthias Ferber aus Lippstadt ein Problem: „Im Wesentlichen sind nur Ersatzinvestitionen vorgesehen – das hilft nicht bei Transformation, Expansion oder Produktinnovation.“ Sein Unternehmen habe zwei gute Jahre hinter sich; jedoch nehme die Abhängigkeit von Großkunden und -projekten zu: „Kleine Projekte sind immer schwerer darstellbar. Wir bekommen in Ausschreibungen regelmäßig Fragebögen zugeschickt. In einem konkreten Beispiel waren es 303 Fragen – nicht einfach Ja oder Nein, sondern mit umfangreichen Erklärungen, die ich als Geschäftsführer unterschreiben muss.“ Diese „Fragebogeritis“ führe dazu, dass kleinere Projekte kaum noch profitabel sein. „Das ist sehr schade, weil auch klei-
ne Kunden und kleine Projekte für uns wichtig sind“, so Ferber. Diese Anforderungen kämen zwar formal von Unternehmen, seien aber zum Teil durch gesetzliche Vorgaben wie NIS-2 (zweite EUNetz- und Informationssicherheitsrichtlinie) oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz induziert. Daraus ergebe sich laut Ferber „ein bürokratischer Irrsinn, wo dringend etwas geschehen muss.“ Auch die Konjunkturergebnisse bestätigen diese Einschätzung: Neben den Arbeitskosten werden der Fach- und Arbeitskräftemangel sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen von jeweils mehr als der Hälfte der Dienstleister als Risiko genannt. Verkehrsgewerbe: Bestehende Sorgen trotz positiver Zahlen Das Verkehrsgewerbe beurteilt die aktuelle Geschäftslage positiv. Der Lagesaldo liegt bei +22 Punkten und damit auf einem ähnlich guten Niveau wie bei den Dienstleistern. Knapp jedes dritte Unternehmen meldet eine gute Lage; auch die Erwartungen haben sich deutlich verbessert und sind mit +19 Punkten wieder im positiven Bereich. Die Investitions- und Beschäftigungsabsichten senden vorsichtige Hoffnungssignale. Neben dem Baugewerbe ist das Verkehrsgewerbe die einzige Branche mit einem positiven Beschäftigungssaldo. Trotz der insgesamt optimistischen Ein-
wirtschaft 03+04/2026
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