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INHALT:

titel I konjunktur

Zwischen Hoffnung und Herausforderungen Verhaltene Nachfrage, allgemeine Unsicherheit, hohe Kosten: Viele Herausforderungen belasten auch die Unternehmen im Gastgewerbe, im Einzelhandel, in den Dienstleistungsbranchen und im Verkehrsgewerbe. Die Bewertungen von Lage und Erwartungen fallen unterschiedlich aus. Wie die Situation konkret im betrieblichen Alltag aussieht, schildern vier Unternehmer, die stellvertretend für ihre Branchen die aktuellen Zahlen einordnen.

I Das

Umsatz-

niveau ist immer noch unter VorCorona-Zeiten. André Wiese

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m Gastgewerbe entscheidet derzeit weniger die Nachfrage über die wirtschaftliche Lage als die Kostenentwicklung. Arbeitskosten sowie die Energie- und Rohstoffpreise stehen im Mittelpunkt der Sorgen. André Wiese, Geschäftsführer des H1 am See in Meschede, beschreibt die Situation klar: „Die Mindestlohnerhöhung, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist, gepaart mit den Energie- und Rohstoffpreisen, wo sich die Spirale auch immer schneller dreht, das sind die größten Sorgen, die das Gastgewerbe aktuell betreffen.“ Traditionell sei die Branche stark von Beschäftigten auf Minijob-Basis abhängig. „Wir brauchen diese Leute, die uns helfen, wenn es brennt. Ich kann nicht überproportional Festangestellte beschäftigen, weil die Schwankungen bei uns sehr groß sind.“ Wetter, Saison und kurzfristige Nachfrage bestimmen den Personaleinsatz oft stärker als langfristige Planung. Gleichzeitig verändere der steigende Mindestlohn das gesamte Lohngefüge: „Die Gastronomie ist schon immer ein Niedriglohnsektor gewesen. Wenn sich der Mindestlohn der 15-Euro-Grenze nähert, dreht sich die Spirale auch bei den Festangestellten nach oben.“ Die Ertragslage im Gastgewerbe ist ausgeglichen: Jeweils 34 Prozent der Betriebe melden eine verbesserte bzw. verschlechterte Ertragslage. „Das Umsatzniveau ist immer noch unter Vor-Corona-Zeiten. Die ganze Struktur im Bereich Feierlichkeiten ist kleiner, familiärer geworden“, beschreibt Wiese. Die Mehr-

wertsteuersenkung helfe, Kosten zu decken und könnte kaum an die Gäste weitergegeben zu werden. Trotz aller Probleme bleibt sein Blick nach vorn vorsichtig optimistisch: „Ich bin sehr guter Hoffnung, dass die Stimmung auch wieder besser wird.“ Diese Einschätzung deckt sich mit der Gesamteinschätzung der Branche. Der Lagesaldo im Gastgewerbe liegt derzeit bei -5 Punkten und verschlechtert sich etwas gegenüber dem Lagesaldo im Herbst. Die Erwartungen hingegen haben sich auch im Gastgewerbe aufgehellt, der Saldo verbessert sich von -26 auf -1 Punkte. Die Teilsparten urteilen jedoch sehr unterschiedlich: Die Gastronomie schneidet mit einem Lagesaldo von +11 Punkten deutlich besser ab als das Beherbergungsgewerbe (-11 Punkte). Auch bei den Erwartungen liegt die Gastronomie mit +11 Punkten klar vor der Beherbergung (-6 Punkte). Einzelhandel: Lage und Erwartungen negativ, Investitionsabsichten gestiegen Der Einzelhandel meldet - neben der Industrie - die schlechteste Lage aller Branchen. Der Lagesaldo liegt bei -24 Punkten und hat sich gegenüber dem Herbst nochmals deutlich verschlechtert (-11 Punkte). Auch die Erwartungen bleiben deutlich negativ. Mit einem Saldo von -14 Punkten weist der Einzelhandel den schwächsten Erwartungswert aller Branchen auf.

wirtschaft 03+04/2026


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