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titel I konjunktur
Mehr Optimismus
Foto: Anoo – stock.Adobe.com
Uneinheitlich ist das Lagebild in Industrie, Bauwirtschaft und Großhandel. Während die Industrie weiterhin in der Krise steckt – aber zumindest ausgeglichene Erwartungen meldet, präsentiert sich die Bauwirtschaft erstaunlich robust. Der Großhandel bewegt sich zwischen einer anhaltend schwachen Gegenwart und deutlich verbesserten Erwartungen.
M Lage in der
Industrie kaum verbessert
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it 108 teilnehmenden Unternehmen ist die Industrie die am breitesten erfasste Branche der Konjunkturumfrage. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Die Lage hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres kaum verbessert. Der Lagesaldo liegt bei -24,1 Punkten. Nur gut zwölf Prozent der Betriebe bewerten ihre Situation als gut, mehr als ein Drittel hingegen als schlecht. Besonders belastend wirken ein schwacher Auftragsbestand und eine weiter unter Druck geratene Ertragslage. Johannes Huxol, Geschäftsführer TRILUX GmbH & Co. KG, beschreibt die Situation zugespitzt: „Arbeitskosten sind das eine, Bürokratie das andere. Wenn man es selbst erlebt, etwa bei der Arbeitszeiterfassung, wird klar, wie stark das den Alltag belastet.“ Bei den Erwartungen zeigt sich zwar eine gewisse Stabilisierung, aber keine Trendwende. Bereits im Herbst gab sich das verarbeiten-
de Gewerbe etwas zuversichtlicher als andere Branchen – daran hat sich wenig geändert. Optimismus und Pessimismus halten sich aktuell die Waage. Übersetzt heißt das: Die Unternehmen rechnen mehrheitlich nicht mit einer weiteren Verschlechterung, aber eben auch nicht mit einer spürbaren Erholung. „Wenn die Erwartungen besser werden, hat das viel damit zu tun, dass wir auf Impulse aus der neuen Bundesregierung hoffen – die Lage selbst ist noch nicht besser, als es die Erwartungen sind“, so Johannes Huxol. Die angespannte Lage zieht sich durch nahezu alle industriellen Teilbereiche. Eine Ausnahme bildet der Maschinenbau, der sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen über der Wachstumsschwelle liegt. Für eine industriestarke Region ist das ein wichtiger, wenn auch isolierter Lichtblick. Besonders schwierig bleibt die Exportsituation. Internationale Krisen, geopolitische Span-
wirtschaft 03+04/2026
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