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Steinbrüche und Schieferabbau, Schmieden, Hämmer und Hütten zur Herstellung von Eisen- und Eisenwaren sowie Wollwaren. Diese Gewerke, oftmals auch in Klein- und Kleinstbetrieben ausgeführt, prägten die sauerländische Wirtschaft. Händler vertrieben die Produkte deutschlandweit und in den Nachbarländern Holland, Belgien, Polen sowie darüber hinaus. 1864 übten 13 Prozent der Bevölkerung als fahrende Händler das Handelsgewerbe aus. Erst mit der Eisenbahn sollte sich im Sauerland langsam ein stehendes Handelsgewerbe entwickeln. Seit 1851 – Straßenbau Wichtige Verbindungen wie die Strecken von Menden über Giershagen und weiter bis Kassel (heute B 7) und von Unna bis Geseke (B 1) waren bereits 1816 bzw. 1824 ausgebaut worden. Doch viele Orte waren noch immer nur über unzureichende Wege zu erreichen. Es ging der Handelskammer nicht nur um die Erweiterung des Straßennetzes, sondern vor allem um die Bereitstellung von staatlichen Mitteln zur qualitativen Verbesserung der bestehenden Verbindungen, deren Zustand im Jahresbericht 1866 als „mangelhaft“ beschrieben wird. Der Handelskammerbericht von 1867 berichtet über den Zustand der Straßen im Kammerbezirk: „Es sind Straßen zwischen Meschede – Lippstadt, Meschede – Grevenbrück und Werl – Wickede, welche den bei weitem größten Theil unseres Güterverkehrs vermitteln und, wenn nicht die Witterung längere Zeit besonders günstig ist, fast durchweg nur bei außerordentlich starker Bespannung [z. B. zwölf statt vier Pferde, Anm. d. Bearb.] befahrbar sind.“ Manche Straßen waren für Transporte einfach zu steil. Zusätzlich fiel für die schlechten Wege oftmals noch Wegezoll – sogenanntes „Barrieregeld“ – an. Nach dem Vorbild des 1866 gegründeten Norddeutschen Bundes forderte die Handelskammer Arnsberg die Aufhebung aller Wegezölle. 1878 gingen die Straßen in Besitz und Verwaltung der jungen Provinz Westfalen über. Damit mussten die Sauerländer Kommunen ihre Landstraßen nicht mehr selbst unterhalten. Als nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
wirtschaft 05+06/2026
die Bedeutung der Straße für den Transportund den Individualverkehr deutlich wuchs, engagierte sich die IHK Arnsberg schwerpunktmäßig für den Ausbau von Straßen in ihrem Bezirk. Keinesfalls wollte sie vom einsetzenden Wirtschaftswunder ausgeschlossen werden. Dennoch war selbst in den 1960er Jahren der Zustand des Straßennetzes in manchen Gegenden noch immer unzureichend. Die Erschließung durch Autobahnen erfolgte im Kammerbezirk erst sehr spät und auch nicht so dicht wie in anderen Regionen, nicht zuletzt aufgrund der schwierigen Topografie. Am 25. Oktober 1971 wurde die Sauerlandlinie (A 45) für den Verkehr freigegeben. Das letzte Teilstück der Autobahn Köln – Olpe (A 4) wurde am 7. Dezember 1976 fertiggestellt; seit dem 1. Dezember 2006 ist der Anschluss bis zur Hüttentalstraße bei Krombach in Betrieb. Zwischen Krombach und dem Kirchheimer Dreieck besteht jedoch weiterhin eine Lücke. Den Norden des Sauerlandes sollte die A 46 Hagen – Iserlohn – Arnsberg – Bestwig erschließen. Inzwischen ist sie bis Hemer fertiggestellt. Nach einer Lücke bis Arnsberg führt der dritte Teilabschnitt heute von Arnsberg-Neheim bis Olsberg. Der nordöstliche Teil des Sauerlandes ist über die Autobahn 44 Dortmund – Kassel erschlossen.
Der Bezirk der
Kammer Arns-
berg musste an
das Schienennetz angeschlossen
werden, damit die Region nicht ihre wirtschaftliche Stellung verlor
1856 bis 1873 – Eisenbahnausbau Mit der Einführung der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit der sauerländischen Wirtschaft dramatisch. Schlechte Verkehrswege und Pferdepost konnten mit der neuen Technik, die es in den angrenzenden Regionen bald gab, nicht mithalten. Die Unternehmer verlegten ihre Betriebe zu den Eisenbahnknotenpunkten, um in den Genuss der Standortvorteile zu kommen. Auch der Kammerpräsident Josef Cosack verlegte sein Hüstener Puddel- und Walzwerk 1853 nach Hamm. Die Rechnung war einfach: Keine Eisenbahn = keine Industrie. Wollte der Kammerbezirk seine wirtschaftliche Stellung erhalten oder aufgrund seiner sehr guten Rohstofflage sogar ausbauen, musste die Region an das Schienennetz angeschlossen werden. Es ging um das wirtschaftliche 9
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