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Seite 3: editorial Ein Hauch von Zuversicht Jörg Nolte Hauptgeschäftsführer Stillstand ist noch kein Aufschwun...

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INHALT:

editorial

Ein Hauch von Zuversicht

Jörg Nolte Hauptgeschäftsführer

Stillstand ist noch

kein Aufschwung – aber er kann

dessen Voraus-

setzung sein.

wirtschaft 03+04/2026

Die Erwartungen der Unternehmen haben sich, so die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage, deutlich verbessert. Doch ist das endlich das Signal, auf das wir alle gewartet haben und das uns den Weg raus aus der Krise ankündigt? Ich fürchte nein, auch wenn wir es gerne glauben möchten. Denn nüchtern betrachtet ist die Botschaft der Prognose: Die Lage wird sich in den nächsten Monaten kaum verändern – und damit zunächst angespannt bleiben. Und doch wäre es falsch, die verbesserten Erwartungen als bloße Stimmungsschwankung abzutun. Sie kommen nicht aus dem Nichts. Dass Optimisten und Pessimisten sich inzwischen nahezu die Waage halten, markiert einen Wendepunkt: Die Phase, in der sich die wirtschaftliche Einschätzung von Umfrage zu Umfrage weiter verschlechterte, ist offenbar überwunden. Stillstand ist noch kein Aufschwung – aber er kann dessen Voraussetzung sein. Der Anstieg des Konjunkturklimas spiegelt genau dieses fragile Gleichgewicht wider. Die Unternehmen sehen aktuell noch keinen spürbaren Rückenwind, rechnen aber zunehmend damit, dass sich neue Spielräume eröffnen. Öffentliche Investitionen – Stichwort Fiskalpaket –, neue Absatzmärkte, Fortschritte bei der Digitalisierung

und ein gewisses Vertrauen in wirtschaftspolitische Reformen wirken als Hoffnungsträger. Es sind keine großen Durchbrüche, eher viele kleine Signale – zusammen ergeben sie jedoch ein Bild vorsichtiger Zuversicht. Gleichzeitig bleibt die Belastung durch hohe Kosten das zentrale Risiko. Arbeitskosten, Finanzierung und Preise engen die Handlungsspielräume vieler Betriebe massiv ein. Hier entscheidet sich, ob aus Hoffnung tatsächliche Dynamik entstehen kann. Gelingt es, Kostensteigerungen zu begrenzen, Investitionen wieder attraktiver zu machen und endlich Genehmigungs- und Bürokratielasten zu verringern, könnten die verbesserten Erwartungen mehr sein als ein Strohfeuer. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Aber sie ist nicht mehr von wachsender Resignation geprägt. Die Unternehmen schauen wieder nach vorne – mit Skepsis, aber auch mit dem Willen, Chancen zu nutzen, sobald sie sich bieten. Darin liegt der Hoffnungsschimmer dieser Umfrage: nicht in schnellen Lösungen, sondern in der Rückkehr einer vorsichtigen Zuversicht, ohne die Aufschwung gar nicht möglich wäre.

Ihr Jörg Nolte

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