Konjunktur auf hohen Touren

Das Konjunkturklima am Hellweg und im Sauerland könnte besser kaum sein. Der aus Lage- und Erwartungswerten errechnete Stimmungsindikator bleibt mit 135 Punkten nur knapp unter dem „Allzeithoch“ aus dem Jahr 2011 (137 Punkte). Der Schwung wird auch durch das Jahr 2018 tragen. Konsumneigung, Investitionen und Auslandsnachfrage sorgen dafür, dass das gute Klima alle Wirtschaftsbereiche erfasst. Große Sorgen bereitet den Unternehmen das Fehlen von Fachkräften.Das sehr gute Klima wird besonders durch die Wirtschaftslage bestimmt. In der Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn gaben 55 Prozent der Unternehmen ihrer aktuellen Situation ein „Gut“ – das ist Rekord bei der Umfrage –, sechs Prozent ein „Schlecht“. Von der guten Lage ist kein Wirtschaftszweig ausgenommen. Die besten Ergebnisse liefern das Gastgewerbe (66 % „gut“, 3 % „schlecht“), der Großhandel (65 %, 3 %) und die Bauwirtschaft (60 %, 0 %). Am unteren Teil der Skala liegen der Einzelhandel (49 %, 6 %) und die sonstigen Dienstleister (48 %, 7 %). Ein Ende des Aufschwungs ist noch nicht in Sicht. Denn trotz der aktuell schon hohen Wirtschaftsdynamik rechnen 29 Prozent der Unternehmen damit, dass sich ihre Situation im Laufe des Jahres noch weiter verbessern wird. Nur sieben Prozent erwarten eine schlechtere Entwicklung, 64 Prozent gehen von einer gleich bleibenden Lage aus.
Die Erwartungen haben sich damit seit Herbst noch einmal fast in allen Wirtschaftszweigen verbessert. Die Ausnahmen bilden Einzelhandel und Gastgewerbe, wo sich die Erwartungen zwar verringert haben, aber dennoch Optimismus dominiert. Gänzlich sorgenfrei fällt der Blick in die Zukunft nicht aus. In vielen Wirtschaftszweigen fehlt es an Fachkräften. 62 Prozent der Unternehmen geben – gefragt nach den größten Unsicherheitsfaktoren für das nun begonnene Jahr – diesen Aspekt an. Besonders die Verkehrswirtschaft, Baugewerbe und Gastgewerbe sehen hier große Gefahren für die weitere Entwicklung. Dabei ist die Sorge um fehlende qualifizierte Kräfte im Hochsauerlandkreis (66 %) größer als im Kreis Soest (59 %).Als Risikofaktoren nennen die Unternehmen darüber hinaus „Arbeitskosten“ (50 %), „Energie- und Rohstoffpreise“ (44 %) sowie „Wirtschaftspolitische Rahmenbedingen“ (39 %). 
Bei dieser Frage waren Mehrfachantworten möglich.Zur guten Gesamtkonjunktur passen auch die Investitionsabsichten. Zwar melden die Unternehmen gegenüber vergangenem Herbst bei diesem Aspekt etwas geringere Anstrengungen, der Trend bleibt aber expansiv. Die hoch ausgelastete Wirtschaft investiert vor allem in den Ersatz, erweitert aber auch verstärkt die Kapazitäten. Damit erhält der Aufschwung, nachdem er doch lange vor allem durch Ölpreise und Zinsentwicklung geputscht war, aus sich selbst heraus neuen Antrieb. Allerdings bleiben die Unternehmen vor allem dort mit ihren Investitionen zurückhaltend, wo letztlich das Personal fehlt, die neuen Kapazitäten auch auszulasten. Die Beschäftigungsplanungen sind weiterhin auf einem hohen Niveau. Jeder Wirtschaftszweig plant mehr Zu- als Abgänge. Den Planungen steht allerdings die Frage entgegen, inwieweit der Arbeitsmarkt die erforderlichen Arbeits- und Fachkräfte zur Verfügung stellt. In einigen Branchen wie Bauwirtschaft und Gastgewerbe wird dieser Umstand bereits in den Planungen berücksichtigt worden sein


Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
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