Foto: © maxhalanski - Fotolia.com

 

Rückenwind für die Wirtschaft

Der Start ins Jahr ist gelungen und die Unternehmen bleiben trotz mancher Unwägbarkeiten insgesamt optimistisch.“ Dieses positive Fazit zog IHK-Präsident Ralf Kersting bei der Präsentation der Ergebnisse der Konjunkturumfrage. Der Klimaindikator stieg um 11 Punkte auf 128.

 

In den meisten Betrieben am Hellweg und im Sauerland läuft es derzeit rund. Die Hälfte der Unternehmen geben ihrer Lage ein „gut“, nur acht Prozent ein „schlecht“. Weiterhin profitiert die Wirtschaft von einer guten Binnennachfrage. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, und auch die Ertragslage hat sich stetig verbessert. „Der niedrige Ölpreis und die zunehmende Beschäftigung puschen die Konjunktur“, so Ralf Kersting.
Die Erwartungswerte fallen zwar hinter den Lageurteilen etwas ab, doch insgesamt blicken Industrie, Handel und Dienstleister zuversichtlich auf die nächsten Monate. 28 Prozent gehen von einer besseren und nur 12 Prozent von einer schlechteren Entwicklung aus. Lediglich in der Bauwirtschaft finden sich mehr Pessimisten als Optimisten. Allerdings habe sich die Branche in den letzten zwei Jahren – auch dank der erstarkten Wohnungsbaunachfrage – sehr dynamisch entwickelt, so dass die IHK die zurückhaltenden Erwartungen als leichte Beruhigung auf hohem Niveau bewertet. 
Gefragt nach den größten Konjunkturrisiken stehen ganz vorn die Arbeitskosten, gefolgt vom Fachkräftemangel und dem Inlandsabsatz.

 

Die im Vergleich zum Bundestrend höheren Erwartungen in der Industrie gehen auf strukturelle Besonderheiten beispielsweise im Maschinenbau zurück. „Bei uns prägen die mittelständischen, meist näher am Verbraucher positionierten Hersteller das Bild und weniger die großen Anlagenbauer, die besonders unter den Entwicklungen in China, dem Nahen Osten und Russland leiden“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange. Gänzlich ungetrübt ist die Aussicht in der Industrie aber auch hierzulande nicht. So blickt die Metallindustrie mit einem Saldo aus besser- und schlechter-Urteilen von minus 16 Prozent ausgesprochen pessimistisch in die Zukunft.

 

Zum guten konjunkturellen Gesamtbild in der Region Hellweg-Sauerland passt, dass auch die Exporterwartungen ein Plus aufweisen. Dem Ausfuhrgeschäft, seit Jahrzehnten Wachstumstreiber, wird auch 2016 eine tragende Rolle zukommen. Im Verhältnis 33 zu 9 Prozent haben die Optimisten hier klar die Nase vorn. Einem Rückgang beim Absatz nach Fernost stehen dynamische Entwicklungen beim innereuropäischen Handel und dem Nordamerika-Geschäft gegenüber.
Dank des starken privaten Verbrauches ist auch der Handel gut ins neue Jahr gestartet. Die Erwartungen liegen zwar um einiges unter den Lagebewertungen, aber letztlich gehen Einzel- und Großhändler nicht davon aus, dass die Kaufkrafteffekte durch das günstige Benzin und die steigenden Löhne alsbald verpuffen.
Für 2016 erwartet die IHK auch ein kleines Plus bei den Investitionen, vor allem in der Industrie, im Großhandel und den Dienstleistungsbranchen. „Vor einer Investitionsoffensive stehen wir aber leider nicht“, so Ralf Kersting. Den Unternehmen fehle es nach wie vor an guten und verlässlichen Rahmenbedingungen. Nicht weniger wichtig als private Investitionen seien die des öffentlichen Sektors. Das Beispiel der maroden B55-Brücken in Lippstadt zeige, dass die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsraums aufs Spiel gesetzt werde, wenn der Ausbau und der Erhalt der Infrastruktur vernachlässigt werde, sagte der IHK-Präsident.

 

Expansiv sind die Beschäftigungsplanungen, vor allem im Dienstleistungssektor. Allerdings wird es nach Einschätzung vieler Unternehmen zunehmend schwerer, die nachgefragten Arbeits- und vor allem Fachkräfte auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu finden. 

 

Ansprechpartner


Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
Tel:02931 878-138
Fax:02931 878-173
E-Mail