Die Wirtschaft investiert

Die heimische Wirtschaft hat einen außergewöhnlich guten Start ins neue Jahr hingelegt. Der IHK-Klimaindikator erreicht mit 131 Punkten schon fast wieder das Rekordniveau von 2011. Bei der Umfrage zu Jahresbeginn wird die aktuelle wie die erwartete Lage branchenübergreifend überaus positiv bewertet. Besonders erfreulich: Die Unternehmen planen wieder verstärkt zu investieren.

 
46 Prozent der Unternehmen geben ihrer derzeitigen Geschäftslage ein „gut“, lediglich acht Prozent ein „schlecht“. Wie auch im vergangenen Herbst fällt das Lageurteil besonders gut in der Bauwirtschaft aus. 79 Prozent (!) der Betriebe dort melden – gewiss auch dank des bislang milden Winters - gute Geschäfte, bei nur einem Prozent, die mit „schlecht“ urteilen. Gut- und Schlecht-Urteile saldiert zeigen auch für die Industrie (39,7 %), unternehmensnahe Dienstleister, Groß- (30 %) und Einzelhandel (22 %) sowie für das Gütertransportgewerbe (22 %) ausgesprochen hohe Werte.
Die Unternehmenserträge haben sich verbessert. Um rund 10 Prozentpunkte übersteigen hier die Positiv- die Negativurteile. Gute Margen melden die Industrie, die unternehmensnahen Dienstleister, das Gütertransport- sowie das Baugewerbe. Hingegen sind die Handelssparten mit ihren Erlösen eher unzufrieden.
 

Gute Aussichten für 2014

 

Konnten 2013 zwar positive, aber eher kleine Wachstumsraten verbucht werden, so kündigt sich für 2014 ein kräftiger Aufwind an. Die Stabilisierung im für die heimische Wirtschaft so wichtigen Euroraum und einer auch dank freundlichem Konsumklima und hoher Bautätigkeit robusten Binnenkonjunktur lassen branchenübergreifend die Erwartungen kräftig steigen. 35 Prozent der Unternehmen insgesamt prognostizieren weiter anziehende Geschäfte, bei nur 9 Prozent pessimistischer Vorhersagen. Das Feld wird angeführt vom Gütertransportgewerbe (besser/schlechter-Saldo: 32 %) und der Industrie (31 %).

Die Exportaussichten haben sich noch einmal verbessert. 42 Prozent der exportierenden Industrieunternehmen erwarten steigende Ausfuhren. Nur 13 Prozent melden, das Volumen voraussichtlich nicht halten zu können.

 

Investitionen sorgen für Impulse

 

Die Konjunktur bekommt endlich auch wieder Impulse durch Investitionswachstum. Rund ein Drittel der Unternehmen wird seine Ausgaben erhöhen, bei 23 Prozent, die ein geringeres Volumen für 2014 einplanen. Das Gros der Investitionen geht in den Ersatzbedarf und in die Rationalisierung. Erfreulicherweise planen aber 31 Prozent auch Erweiterungen.
Investiert wird vor allem in der Industrie. 45 Prozent (!) planen einen Anstieg ihrer Ausgaben, 19 Prozent melden ein kleineres Budget als zuletzt. Trotz guter Erwartungen an die zukünftige Geschäftslage geben die heimischen Einzelhändler weitaus geringere Investitionsabsichten an als 2013. 13,3 Prozent planen expansiv, 55 Prozent werden einschränken.

Vorerst wird die gute Konjunkturlage nur leichte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Zu signifikanten Personaleinstellungen wird es nur in der Industrie kommen. Per Saldo aufstocken wird zudem die Bauwirtschaft.

Risikofaktor Energiepreise

 

Der Konjunktur wird als robust angesehen. Der Faktor „Inlandsnachfrage“ ist von Platz zwei auf vier gerutscht. Gefahren drohen aus Sicht der Unternehmen nach wie vor durch hohe Energiepreise, auch bewirkt durch Kappung der Industrie-Rabatte bei der Ökostromumlage. An zweiter Stelle im Risiko-Ranking liegen nun die Wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

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Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
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