Die wirtschaftliche Lage am Hellweg und im Sauerland ist noch immer auf gutem Niveau, hat sich im Laufe des Jahres jedoch leicht eingetrübt. Laut der Herbstumfrage wird sich dieser Trend in den nächsten Monaten fortsetzen. Stützen der Konjunktur sind der Konsum und die Investitionen, hingegen sind die Exporterwartungen deutlich zurückgegangen. An der IHK-Konjunkturumfrage haben sich rund 400 Betriebe beteiligt.


Unverändert liegt die Bauwirtschaft in der Lagebewertung vorn. 88 Prozent der Befragten geben hier ihrer Situation ein „Gut“, nicht ein Unternehmen beurteilt die Lage als schlecht. Damit hat der Bau das ohnehin gute Bild der vergangenen Befragungen noch einmal verbessern können. Daneben hat der Dienstleistungssektor zugelegt. Die Unternehmen in der Industrie, dem Groß- und Einzelhandel, der Verkehrswirtschaft und im Tourismus schätzen ihre aktuelle Lage zwar noch immer mehrheitlich positiv ein, aber doch verhaltener als bei den letzten Befragungen im Frühsommer oder zu Jahresbeginn.


„Der Aufschwung wird voraussichtlich auch weit bis ins nächste Jahr tragen. Allerdings wird er sich deutlich weniger fulminant entwickeln“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange. Hinweise für die geringere Fahrt der Konjunktur geben vor allem Industrie und Bauwirtschaft. In beiden Teilbereichen des Produzierenden Gewerbes gibt es derzeit mehr Unternehmen die von einer Verschlechterung (Industrie 24,5 %; Bau 13,3%) ausgehen, als von einer weiteren Verbesserung (Industrie 17 %; Bau 2,2 %).


In der Industrie sind die geringeren Geschäftserwartungen auch Folge zunehmender Herausforderungen im Exportgeschäft. Fast ein Drittel der Unternehmen gehen von einem Rückgang der Ausfuhrgeschäfte aus, 21 Prozent erwarten Zuwächse. „Die internationalen Handelskrisen, dazu noch die große Unsicherheit darüber, wie sehr der Brexit die Geschäfte mit Großbritannien belastet, all das ist kaum dazu angetan, großen Exportoptimismus zu versprühen“, so Stefan Severin, Leiter Volkwirtschaft in der IHK. Allerdings sei nicht einzuschätzen, inwieweit dies zu tatsächlichen Bremswirkungen führe.


Die Bauwirtschaft arbeitet am Limit und hat kaum freie Kapazitäten für weitere Aufträge. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die knapper und damit teurer werdenden Ressourcen, zum Beispiel beim Personal und den Rohstoffen, letztlich für eine deutliche Beruhigung sorgen.


Eine Stütze der Konjunktur ist weiterhin der Konsum. Zwar belasten steigende Ölpreise die Kaufkraft, doch hält der hohe Beschäftigungsgrad die private Nachfrage auf gutem Niveau. Groß- und Einzelhändler in der Region, aber auch das Gastgewerbe, die Verkehrswirtschaft und die übrigen Dienstleistungsbranchen blicken deshalb mehrheitlich optimistisch in die Zukunft.
Die Betriebe planen, weiterhin verstärkt zu investieren. Insbesondere werden der Großhandel, das Gastgewerbe und die Bauwirtschaft ihr Engagement vergrößern. In der Industrie planen 35 Prozent der Unternehmen höhere Ausgaben, aber auch 31 Prozent geringere.

 

Die Nachfrage nach Fach- und Arbeitskräften ist unvermindert groß. Vor allem der Handel und die Verkehrswirtschaft werden voraussichtlich in sichtbarem Umfang einstellen. Hingegen meldet die Industrie per saldo einen Beschäftigungsrückgang, 20 Prozent planen Personal einzustellen und 26 Prozent abzubauen.
Eine der größten Herausforderungen für die Unternehmen am Hellweg und im Sauerland bleibt der Fachkräftemangel. 62 Prozent sehen hierin ein Konjunkturrisiko. Es folgen Arbeitskosten (46,3 %), Energie- und Rohstoffpreise (43 %) sowie Inlandsnachfrage (35 %). Gefragt nach den größten wirtschaftspolitischen Risiken fallen am häufigsten die Begriffe USA/Trump, Brexit, aber auch Bürokratie und Datenschutzgrundverordnung.

 

Links und Downloads

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  • Umfrage des DIHK

  • Stefan Severin
    Dipl.-Volkswirt
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    Thomas Becker
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