Wirtschaft investiert

"Das Konjunkturklima bleibt freundlich, jetzt ziehen auch die Investitionen an", beschreibt IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange die Ergebnisse der IHK-Herbstbefragung. 94 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage mindestens mit „Befriedigend“. Größtes Konjunkturrisiko ist der Fachkräftemangel.

Zwar erreicht die Wirtschaft am Hellweg und im Sauerland nicht ganz die Spitzenwerte aus dem Frühsommer, doch zeigt der Klimaindikator der IHK mit 126 Punkten (Frühsommer 132 Punkte) deutlich weiter in Richtung Wachstum. Von der positiven Lageeinschätzung nimmt sich kein Wirtschaftsbereich aus. Am zufriedensten ist einmal mehr die Bauwirtschaft: 62 Prozent dort sprechen von guter Wirtschaftslage, kein einziges Unternehmen meldet ein „Schlecht“.
Der Aufschwung wird auch bis weit ins nächste Jahr tragen. Rund 19 Prozent der Unternehmen sind optimistisch was ihre Geschäfte für die nächsten 12 Monate betrifft, sechs Prozent gehen von einer schwächeren Konjunktur aus. Damit sind die Erwartungen per Saldo (Differenz aus Besser- und Schlechter-Anteilen) mit 12,3 Prozent fast auf dem Niveau des Jahresbeginns (+13,8 %) und über dem des Herbstes 2016 (+9,1 %).
Für zusätzliche Belebung werden die Investitionen sorgen. 43 Prozent geben an, ihre Ausgaben zu erhöhen. Lange Zeit war die Investitionsneigung vor dem Hintergrund der guten Konjunktur recht verhalten. „Dass jetzt die Investitionen anspringen, wird unserer Wirtschaft viel Schwung verleihen“, sagt Dr. Lange. Mit den Investitionen werden vor allem der Ersatzbedarf bedient und neue Kapazitäten geschaffen. „Das ist für diese späte Phase des Aufschwungs eigentlich eher ungewöhnlich, aber offensichtlich vertrauen die Unternehmen heute eher als in der Vergangenheit auf eine weiterhin starke Nachfrage und möchten die noch guten Finanzierungsbedingungen nutzen“, so IHK-Volkswirt Stefan Severin. Die Investitionsplanungen sind in allen Branchen expansiv, außer im Großhandel.
Den Unternehmen bereiten nach wie vor die steigenden Arbeitskosten Sorgen. An der Spitze im Risikoranking steht jetzt deutlich der Fachkräftemangel. Alle Wirtschaftsbereiche geben an, Personal einstellen zu wollen. An der Frage, inwieweit sich dies mit dem Angebot am Arbeitsmarkt realisieren lässt, entscheidet sich auch die weitere Wirtschaftsentwicklung.

 


Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
Tel:02931 878-138
Fax:02931 878-173
E-Mail