Konjunkturklima leicht eingetrübt

 
Wie in den vergangenen Jahren, hat sich das Klima in der Wirtschaft zum Herbst wieder abgekühlt. Gleichwohl bleibt der IHK-Indikator mit 117 Punkten deutlich oberhalb der Nullwachstumsgrenze von 100. Im Frühsommer wies das Klimabarometer 124 Punkte auf.


Die aktuelle Wirtschaftslage ist in den Unternehmen fast so gut wie vor der Sommerpause und deutlich besser als im Herbst 2014. 38 Prozent bewerten die Lage mit „gut“, nur zehn Prozent mit „schlecht“. Abgeschwächt hat sich die aktuelle Situation nur im Großhandel, dort allerdings deutlich: Der Saldo aus gut- und schlecht-Urteilen beträgt hier minus 5,3 Prozent, nach plus 24 im Frühsommer. In den übrigen Branchen herrscht große Zufriedenheit. Das gilt einmal mehr für die Baubranche. 58 Prozent (!) der Bauunternehmen geben ihrer Lage ein „gut“, kein einziges Unternehmen meldet „schlecht“. Auch in der Industrie ist die Lage weiterhin gut. Der Saldo von 29 Prozent liegt sogar um drei Punkte über dem des Frühsommers. Besonders Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten sind mit der Wirtschaftslage zufrieden.
Die Erwartungen an die nächsten Monate sind geringer als im Frühsommer. Der Saldo der besser/schlechter-Urteile beträgt neun Prozent, im Frühsommer waren es 15. Die Klimaeintrübung wird ausschließlich durch die Bauwirtschaft und das Gütertransportgewerbe bewirkt. Die Bauunternehmen erwarten, dass die aktuellen außerordentlich guten Geschäftszahlen in den nächsten Monaten nicht wiederholt werden können. Die Industrie bestätigt hingegen die Erwartungen aus dem Frühsommer. 19 Prozent per Saldo deuten auf eine weiterhin dynamische Entwicklung in den Monaten hin. Das betrifft auch die Exportvorhaben. Jedes vierte exportierende Unternehmen geht von steigenden Ausfuhren aus, acht Prozent erwarten Rückgänge. Insgesamt sehen die Unternehmen aber wieder mehr Risiken im internationalen Geschäft.
Von den Investitionen werden in den kommenden Monaten nur wenig Impulse ausgehen. Vier Prozent beträgt der Saldo von mehr und weniger vorgesehenen Investitionen. Expansive Planungen werden aus der Industrie (Saldo +20 %), der Bauwirtschaft (+19 %) und dem Großhandel (+13%). In den übrigen Branchen werden die Aktivitäten zurückgefahren.  Positiv: 28 Prozent der Unternehmen investiert in Produktinnovationen und 26 Prozent in Kapazitätsausweitungen. Das Gros wird allerdings in den Ersatzbedarf (58 % der Unternehmen) und in die Rationalisierung gesteckt (48 %; Mehrfachnennungen waren möglich).
Die Beschäftigungsplanungen sind weiterhin zurückhaltend. In vielen Bereichen wird es zu Personalabbau kommen. Lediglich der Einzelhandel plant per Saldo Personal einzustellen.
Gefragt nach den größten Konjunkturrisiken nennen die meisten Unternehmen den Faktor „Arbeitskosten“ (43 %). Viele Unternehmen (40 %) befürchten zudem, dass die Inlandsnachfrage nicht auf dem derzeitiges Niveau bleiben kann. Eine gleich hohe Nennung erhielt der Risikofaktor „Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“.

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Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
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