Konjunktur bleibt dynamisch

Die Konjunktur am Hellweg und im Sauerland bleibt auch im Sommer 2017 sehr dynamisch.  Der Konjunkturklimaindikator hat trotz zahlreicher Unwägbarkeiten einen Wert von 132 Punkten angenommen – sechs mehr als zu Jahresbeginn. Das ist das Ergebnis der IHK-Befragung im Frühsommer 2017.


Inlands- wie Auslandsnachfrage sind auf einem hohen Niveau. Investitionsdynamik und Arbeitskräftenachfrage ziehen am Hellweg und im Sauerland an. Mehr als jedes zweite an der Umfrage teilnehmende Unternehmen nennt seine aktuelle Lage „gut“. Besonders hoch ist die Zufriedenheit in Bauwirtschaft und Industrie, wo fast zwei Drittel zu diesem Urteil kommen. Deutlich weniger zufrieden sind die Dienstleister, einschließlich des erstmals zu diesem Zeitpunkt mit befragten Gastgewerbes, und der Handel. In diesen Wirtschaftszweigen gibt nur jedes dritte Unternehmen der Konjunktur die Top-Note.
Der hervorragenden Ausgangslage zum Trotz rechnen viele Unternehmen für die kommenden Monate mit einer weiteren Verbesserung. Nur ein Prozent der Industrie- und vier Prozent der Bauunternehmen erwarten schlechtere Geschäfte; die große Mehrheit geht von einer besseren oder gleich bleibenden Entwicklung aus. Vorsichtiger sind die Erwartungen der Dienstleister, insbesondere in der Verkehrswirtschaft, und der Einzelhändler. Beide rechnen mit einer Abschwächung der Konjunktur im Jahresverlauf. In beiden Wirtschaftszweigen drücken strukturelle Probleme auf die Stimmung: die Konkurrenz aus Osteuropa bzw. aus dem Internet. Mehr Optimismus signalisiert die Tourismuswirtschaft.
Der vorherrschende Konjunkturoptimismus der Unternehmen schlägt sich auch in immer expansiveren Investitions- und Beschäftigungsplanungen nieder. Kein einziges Bau- und nur zwei Prozent der befragten Industrieunternehmen wollen ihren Personalstand zurückfahren, aber rund 40 Prozent ausbauen. Investitions- und in gewissem Umfang auch Beschäftigungszurückhaltung üben Verkehrs- und Tourismuswirtschaft.
Inlands- und Auslandsnachfrage geben derzeit wenig Anlass zur Sorge; Risiken für die Konjunktur sehen die Unternehmen jedoch im sich verschärfenden Fachkräftemangel und – für eine nun schon seit sieben Jahren andauernden Aufschwung nicht ungewöhnlich – in der Kostenentwicklung insbesondere des Faktors Arbeit.


Stefan Severin
Dipl.-Volkswirt
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