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Fachkräfte werden knapp. Doch in welchem Umfang sich der Mangel an gut ausgebildeten Kräften niederschlagen wird und welche Branchen und Berufe besonders betroffen sind, darüber lagen bisher kaum Daten vor. Der neue Fachkräftemonitor der nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern schließt diese Lücke.
Unter www.fachkraefte-nrw.de lässt sich ab sofort mit wenigen Klicks Angebot und Nachfrage der einzelnen Regionen des Landes darstellen mit Prognosen bis ins Jahr 2025. So werden zum Beispiel im kommenden Jahr rund 11.000 Fachkräfte in der Region Hellweg-Sauerland fehlen, davon allein 10.000 mit einer Berufsausbildung. 2022 werden den Hochrechnungen zufolge sogar 16.000 Fachkräfte fehlen und damit so viele wie nie zuvor. Neben den Entwicklungen in den einzelnen Berufssparten werden auch die einzelner Wirtschaftsbereiche dargestellt.
„Der Fachkräftemonitor hilft Jugendlichen bei der Karriereplanung, Unternehmen bei der Personalentwicklung, Bildungsträgern bei der Strukturierung ihrer Programme und der Politik bei der Ausrichtung der Bildungspolitik“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange die Zielgruppen des neuen Online-Werkzeugs heraus. Als Quellen der Analysen dienen Daten der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamtes, der Konjunkturumfragen der IHKs in NRW, der IHK-Bildung, der Prognos AG sowie von Information und Technik NRW. Die Internetplattform ist frei zugänglich und intuitiv verständlich.
„Mit diesem Instrument kann sich jeder Interessierte selbst ein Bild davon machen, in welchen Regionen in Nordrhein-Westfalen wie viele Fachkräfte bis zum Jahr 2025 fehlen werden“, erläutert Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer der IHK NRW in Düsseldorf. Überschuss- und Mangeljahre können für zwölf IHK-Regionen in anschaulichen Grafiken und Karten abgerufen und verglichen werden. „Fachkräfteengpässe treten ja nicht unbedingt flächendeckend auf. In den verschiedenen Berufszweigen und Branchen kann sich die Situation ganz unterschiedlich darstellen“, erläutert Mittelstädt. Für rund 50 Berufe beziehungsweise Berufsgruppen und 18 Wirtschaftszweige liefert der Monitor regionale Informationen, wie viele Fachkräfte Jahr für Jahr fehlen – oder auch nicht.
Dass insbesondere Ingenieure schon heute bei den Unternehmen heiß begehrt sind, ist nicht wirklich neu, aber bisher nicht mit belastbaren Zahlen unterfüttert: Nach dem Monitor gibt es auf dem Arbeitsmarkt in NRW aktuell 143.000 Ingenieure – von der Wirtschaft benötigt würden aber insgesamt 168.000. Demnach kann schon heute 15 Prozent des Bedarfs nicht gedeckt werden. Hingegen ist bei Verkaufsberufen mit höherer und mittlerer Qualifizierung, dazu gehören etwa Einzelhandelskaufleute, für die nächsten Jahre ein Überangebot zu erwarten.
Wichtig für die Bildungsentscheidungen auf allen Ebenen: über 90 Prozent des NRW-Defizits in 2020 betrifft Berufe des Dualen Systems. Und 60 Prozent des errechneten Gesamtmangels an Fachkräften entfällt auf nichtakademische Berufe mit hoher Qualifikation. Es ist sicher unerlässlich, eine genügende Zahl „Häuptlinge“ zu haben, aber ohne „Indianer“ können auch sie wenig ausrichten.
Die Bedienung des Monitors ist einfach und selbsterklärend – im Zweifelsfall helfen eine Kurzanleitung für „Eilige“, die sogenannten FAQs – eine Liste mit häufigen Fragen und Antworten – sowie eine umfangreiche Gebrauchsanleitung. Über die Berufsauswahlliste und die Auswahlmenüs nach Regionen oder Wirtschaftszweigen kann die Abfrage individuell eingestellt werden.
Ansprechpartner
Fachkräftemonitor
Hier geht es zur Onlineplattform des Fachkräftemonitors für NRW.