In den meisten Hotels, Produktionsstätten und vielen privaten Haushalten und Gebäuden sind Kälte- und Klimaanlagen, Wärmepumpen und Brandschutzanlagen vorzufinden. Diese Anlagen enthalten fluorierte Treibhausgase als Kältemittel. Ab 4. Juli 2009 dürfen die Wartung, Installation und Instandhaltung der v.g. Anlagen nur zertifizierte Unternehmen mit besonders qualifiziertem und zertifiziertem Personal mit entsprechender Sachkundebescheinigung durchführen. Dies bestimmt die Verordnung zum Schutz des Klimas vor Veränderungen durch den Eintrag bestimmter fluorierter Treibhausgase (ChemklimaschutzV - Chemikalien - Klimaschutzverordnung). Die Sachkunde-Zertifikate werden in vier unterschiedlichen Tätigkeitskategorien (Kategorie I - IV) ausgestellt. Voraussetzung für die Vergabe der Zertifikate aller Kategorien ist immer eine erfolgreich abgelegte praktische und theoretische Prüfung. Die Verordnung und die zugrunde liegende F-Gase-Verordnung sehen einige Ausnahmen von der Pflicht zum Erwerb einer Sachkundebescheinigung vor. Diese Ausnahmen werden zum Teil an der Qualifikation der Personen, an der Art der Tätigkeit und zum Teil an der Art des Betriebes fest gemacht. Die Zertifikate werden gem. Art. 4 der EG VO 303/2008 in folgenden vier Kategorien vergeben:

Kategorie I
Dichtheitskontrolle, Rückgewinnung, Installation, Instandhaltung oder Wartung

Kategorie II
Dichtheitskontrolle, sofern sie nicht in den fluorierte Treibhausgase enthaltenden Kältemittelkreislauf eingreift
Rückgewinnung, Installation, Instandhaltung und Wartung, sofern sie Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen mit weniger als 3 kg fluorierten Treibhausgasen (oder hermetisch geschlossene Systeme weniger als 6 kg) betreffen

Kategorie III
Rückgewinnung, sofern sie Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen mit < 3 kg fluorierten Treibhausgasen (oder hermetisch geschlossene Systeme < 6 kg) betreffen

Kategorie IV
Dichtheitskontrolle, sofern sie nicht in den fluorierte Treibhausgase enthaltenden Kältemittelkreislauf eingreift

Die Verordnung sieht vor, dass die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammer und die Handwerksinnung die Abnahme der Prüfungen und die Ausgabe der Sachkundebescheinigungen für die Personen durchführen können.

Für die Zertifizierung von Betrieben ist in NRW auf Antrag die zuständige Bezirksregierung zuständig.

Weitere Info's finden Sie auf den Seiten des Umweltbundesamtes.

Die neue F-Gase Verordnung: Was ändert sich für Betreiber?

Ab dem 1. Januar 2015 ist die neue F-Gase Verordnung (EU) Nr. 517/2014 in Kraft getreten. Sie verfolgt insbesondere eine schrittweise Reduzierung der Mengen an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) durch Quotenzuteilungen an Hersteller und Importeure sowie zukünftige Verwendungs- und Inverkehrbringungsverbote für bestimmte Produkte in der EU.

Durch die neue F-Gase-Verordnung ergeben sich für die Betreiber vieler Kälte- und Klimaanlagen, Wärmepumpen, Brandschutzeinrichtungen oder elektrischer Schaltanlagen unmittelbar erweiterte Anforderungen an Dichtheitskontrolle, Sachkunde, Aufzeichnungen und Beschränkungen. Auch Kühllastkraftfahrzeuge und Kühlanhänger fallen erstmals in den Regelungsbereich der Verordnung.

Die Bestimmungen zur Sachkundepflicht sowie bestehende Zertifikate und Bescheinigungen nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung behalten bis zu deren Novellierung ihre Gültigkeit. Zu beachten ist jedoch, dass durch die neue F-Gase-Verordnung die Sachkundepflicht unmittelbar auch auf elektrische Schaltanlagen, Kühllastkraftfahrzeuge und Kühlanhänger sowie Organic-Rankine-Kreisläufe erweitert wird. Zudem dürfen F-Gase nur noch an und von Unternehmen verkauft und gekauft werden, die selbst zertifiziert sind oder zertifiziertes Personal beschäftigen. Auch Betreiber haben explizit die Pflicht, die Zertifizierung des von Ihnen beauftragten Unternehmens zu überprüfen.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt unter Downloads.

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